Bund Naturschutz zeigt sich nach wie vor zum Kampf bereit
Teichelberg nicht opfern

Seit fast 130 Jahren gibt es den Steinbruch in Pechbrunn. Die Erweiterung der Abbaufläche aber stößt auf erbitterten Widerstand des Bundes Naturschutz. Die Bergregion steht bereits seit 20 Jahren als Flora-Fauna-Habitat unter besonderem Schutz. Archivbild: Grüner
Vermischtes
Kreis Tirschenreuth
21.04.2016
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Landesgeschäftsführer Peter Rottner forderte einen sofortigen Stopp der TTIP-Verhandlungen. Bild: wro

Dass die lohnende Aussicht zur gegenüberliegenden Waldkette den äußeren Rahmen der Jahreshauptversammlung bilden durfte, war wohl eher Zufall. Dennoch nutzte Vorsitzender Josef Siller den eindrucksvollen Ausblick, um auf das artenreiche Herzstück im Stiftland näher einzugehen. Und das mit gutem Grund.

Fuchsmühl. Seit Jahren ist das Thema Teichelberg ein Brennpunkt der Arbeit der Kreisgruppe Tirschenreuth im Bund Naturschutz. Der Basaltabbau dort, der geplante Ostbayernring und das umstrittene Thema TTIP gehörten deshalb zu den meist beachteten Inhalten der Jahreshauptversammlung im Hotel "Hackelstein".

Kampfbereit


In der Diskussion um den Erhalt des Teichelberges sei man leider noch nicht vorangekommen, berichtete Vorsitzender Josef Siller. Enttäuscht darüber signalisierte auch weiterhin die Kampfbereitschaft seiner Mitglieder und betonte nicht zum ersten Mal: "Der Teichelberg darf nicht geopfert werden!"

Viele Veranstaltungen, Vorträge und Exkursionen begleiteten die Kreisgruppe auch im vergangenen Jahr. Zum einem unvergesslichen Erlebnis wurde der Besuch des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr, der "Rückzugsinsel", wie Siller das Gelände auch nannte. Zu diesen ganz besonderen Gebieten gehöre auch der ehemalige Kulmainer Basaltsteinbruch Zinst. Viele Kleinflächen seien dort zu einem Beweidungsprojekt zusammengefasst worden. Der aufgelassene Steinbruch biete seltenen Tier- und Pflanzenarten wertvollen Lebensraum.

Ein wichtiges Ziel des "Bund Naturschutz" sei es auch, Rückzugsinseln zu erhalten, gegebenenfalls auch zu schaffen. In den vergangenen Monaten habe man wieder viel Geld in die Hand genommen, um schützenswerte Flächen anzukaufen. So zum Beispiel entlang des Gregnitztals. "Ein Dauerthema bleibt die Landwirtschaft", betonte der Sprecher. Ziel sei es die kleinbäuerlichen Strukturen zu erhalten und der Bevölkerung die Anliegen der Bauern näher zu bringen. Mit dem Schaffest in Brand werde ein kleiner, aber wertvoller Beitrag dafür geleistet. "Unsere dort angebotenen Stockbrote sind bei den Kindern stets heiß begehrt", freute sich der Sprecher.

Bei der Diskussion um die erneuerbare Energien sei der "Bund Naturschutz" auch weiterhin gerne gesprächsbereit, fuhr Siller fort: "Die effizienteste Form der erneuerbaren Energie ist aber nach wie vor die Windkraft." Selbstverständlich akzeptiere man derartige Anlagen auch im Landkreis, "aber halt nur dort, wo es möglich sei. "Wir werden nicht jeden Standort akzeptieren. Anlagen im Steinwald oder auf den Höhen des Entenbühls lehnen wir kategorisch ab."

Bei bereits vorbelasteten Standorten wolle man bei der Planung weiterer Anlagen jedoch kein Veto einlegen!" Man müsse auch weiter über den Klimaschutz diskutieren. Siller betonte, dass er "verantwortungsbaren" Anlagen - wie er sie nannte - positiv gegenüberstehe und verlangte: "Anlagen, die der Mensch nicht beherrschen kann, müssen jedoch abgeschaltet werden." Ein Inferno wie in Japan dürfe sich in Deutschland nicht wiederholen. Brennpunkte habe man schließlich genügend, auch vor der Haustüre.

Siller nannte als aktuelles Beispiel den Ostbayernring. Bei der Frage nach einem interkommunalen Gewerbegebiet sprach sich der "Bund Naturschutz" zwar nicht grundsätzlich dagegen aus. "Die Bedenken jedoch fanden Gehör", freute sich Siller. "Wir werden weiterkämpfen, alleine aber können wir das nicht." Die Arbeit koste Geld. "Wenn man nichts macht, kostet es die Welt."

Geringer Nutzen


Weshalb um das geplante TTIP-Abkommen eine große Geheimniskrämerei gemacht wird und warum sich die Verhandlungen verzögern, verriet Landesgeschäftsführer Peter Rottner. Hohen Kosten stehe ein relativ geringer Nutzen gegenüber, hob der Sprecher in seinem Referat hervor. Ein von Gutachtern bescheinigtes Wachstum jenseits der Ein-Prozent-Grenze sei "völliger Quatsch". Ebenso diesem Abkommen auch noch ein Wachstum zu quantifizieren. Rottner nannte als Negativbeispiel Südkorea. Seinen Angaben zu Folge gingen nach Inkrafttreten des Abkommens in diesem Land zahlreiche Arbeitsplätze verloren.

"Verdienen werden wohl nur die Großen, das führt zu weiteren Ungerechtigkeiten. Wenn aber nur wenige davon profitieren, wird das System ad absurdum geführt. Rottner forderte einen sofortigen Stopp der Verhandlungen
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Hans - Peter Kastner aus Brand | 22.04.2016 | 10:01  
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