Der Deutsche Horst Adler ist Ehrenbürger der tschechischen Stadt Asch
Barrieren abgebaut

Urkunde und Medaille weisen Horst Adler als Ehrenbürger der Stadt Asch aus. Bild: bz
Tirschenreuth. Eine nicht alltägliche Ehrung hat jetzt Horst Adler erfahren. Im Saal des städtischen Museums, der früheren Feuerwache, verlieh Bürgermeister Dalibor Blažek nach einstimmigen Beschluss des Stadtrats dem Tirschenreuther die Ehrenbürgerwürde der heute tschechischen Stadt As. Adler war mit seiner Familie nach dem Zeiten Weltkrieg aus der Heimat vertrieben worden, lebt seither in Tirschenreuth und leistet als Orts- und Kreisobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft sowie des Heimatverbandes Asch mit Sitz in Rehau "einen bedeutenden Beitrag zur Überwindung der Barriere zwischen den heutigen und früheren Bewohnern der Stadt", wie es in der Verleihungsurkunde heißt.

Horst Adler hat unmittelbar nach der Grenzöffnung 1990 den Kontakt zu seiner Heimatstadt aufgebaut. Sein Bestreben war stets, gerade wegen der leidvollen Geschichte und trotz vorhandener politischer Schwierigkeiten, aufeinander zuzugehen und das Gespräch mit den Bürgermeistern und dem dortigen Museum zu suchen. So hat sich im Laufe der letzten 25 Jahre ein vertrauensvolles Verhältnis entwickelt, kam es zu vielen persönlichen Begegnungen und gemeinsamen Projekten.

Bereits in den 90er Jahren konnte das verfallene deutsche Kriegerdenkmal restauriert werden, ebenso der verwüstete Friedhof. Gemeinsam mit dem Museum in Asch erschien 2003 eine zweibändige Dokumentation der deutsch-tschechischen Geschichte und in der Folge wurden bis heute alljährlich Ausstellungen und gemeinsame Veranstaltungen durchgeführt, von Totengedenken bis zu Kirchweihfeiern.

Auch an der Errichtung einer Gedenkstätte für die zerstörte Evangelische Kirche in Asch und der Restaurierung mehrerer Denkmäler, die an die deutsche Geschichte erinnern, war Horst Adler maßgeblich beteiligt. In seiner Dankesrede betonte er, dass er die Ehrenbürgerschaft nicht nur als persönliche Auszeichnung empfinde. Sie sei vielmehr auch eine Anerkennung für alle, die ihn in seinen Bemühungen unterstützt haben. Besonders nannte er die damaligen und jetzigen Bürgermeister.

"Obwohl es sicher manche Widerstände im eigenen Lager gab, zeigten sie sich aufgeschlossen und haben mir den Weg geebnet." Ebenso sei er bei den Beschäftigten des Museums immer auf offene Ohren gestoßen und auch vonseiten seiner Patenstadt Rehau und der Euregio Egrensis habe er stets Unterstützung erfahren. Nicht zuletzt dankte Adler seinen Kollegen in der Vorstandschaft des Heimatverbandes Asch und einigen Freunden für ihre Mitarbeit. Besonderen Wert legte Horst Adler auf die Feststellung, dass die Stadt Asch mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft ein bemerkenswertes Zeichen setze, "wie Tschechen und Sudetendeutsche miteinander umgehen können, wenn auf beiden Seiten der gute Wille und die Bereitschaft zur Verständigung vorhanden sind".

Professor Herbert Braun , der aus Wernersreuth/Vernerov stammt, bekam die Ehrenbürgerwürde für sein verständigungsvolles Wirken beim Heimatverein Wernersreuth. Dr. Birgit Seelbinder, gratulierte als Präsidentin der Euregio Egrensis den Geehrten. Sie erinnerte daran, dass Horst Adler bereits im Herbst des vorigen Jahres für seine grenzüberschreitende Tätigkeit im Sinne der deutsch-tschechischen Verständigung mit dem Preis der Euregio Egrensis ausgezeichnet worden war, und brachte ihre Hoffnung auf eine weitere gedeihliche Zusammenarbeit über die Grenze hinweg zum Ausdruck.
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