Die Entwicklung der östlichen Oberpfalz vom Jahr 800 bis in die Neuzeit
Geschichte und Geschichten

Neusath-Perschen und unter anderem die Rauberweiher-Mühle sind neben dem Geschichtspark in Bärnau der zweite Schwerpunkt der kulturgeschichtlichen Museumsfahrt am Samstag. Bild: Sporrer
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Kreis Tirschenreuth
02.05.2016
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Mittelalterliche Handwerkskunst ist am Samstag im Geschichtspark Bärnau wieder zu erleben. Bild: Sporrer

"Geschichte?" Da rümpfen einige Zeitgenossen die Nase. Wie gestaltet man aber das Wissen um unsere Altvorderen so, dass es auch in unserer schnelllebigen Zeit ankommt? Thomas Sporrer und Cornelia Stahl aber wissen es.

Tirschenreuth. Eine mittlerweile bewährte Lösung haben die beiden zertifizierten Gästeführer des Oberpfälzer Waldes, Thomas Sporrer und Cornelia Stahl: Sie präsentieren Geschichte an Original-Schauplätzen. In Tirschenreuth funktioniert dies seit einigen Jahren mit großem Erfolg. Jetzt fahren die beiden mit der Volkshochschule am Samstag, 7. Mai, in die zwei großen Freilandmuseen der Oberpfalz, Bärnau und Neusath- Perschen. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung der östlichen Oberpfalz vom Jahr 800 bis in die Neuzeit.

Im größten archäologischen Freilandmuseum in Deutschland - im Geschichtspark in Bärnau - geht es los mit der Zeit um 800 nach Christus. Wer waren unsere Vorfahren hier vor Ort, wo kamen sie her, wie haben sie gelebt? Da im Park auch noch Bau- und Handwerkerwochenende ist, können die Teilnehmer den Mittelalter-Darstellern direkt über die Schulter schauen.

"Die Bärnauer Darsteller leben an diesem Wochenende in den Häusern, arbeiten mit mittelalterlichen Methoden und Werkzeugen", erläutert Cornelia Stahl die Terminwahl. Mit dabei sein kann man, wenn im Hochmittelalter-Haus mit Feuerstein und Schlageisen tatsächlich Feuer gemacht wird. "Das hat Rainer Suttner schon für den Bayerischen Rundfunk gemacht, der wird uns das perfekt zeigen. Bei mir reicht das nur zum Funkenschlagen", schmunzelt Thomas Sporrer.

Weiterhin wird die Architektur im Früh- und Hochmittelalter an verschiedenen Häusertypen beschrieben, die Entwicklung der Kriegskunst, Essen und Trinken, die Religion, Ackerbau und Viehzucht werden eine Rolle spielen. "Es ist einfach faszinierend mitzuerleben, wie die Menschen gelebt haben, wie es über Jahrhunderte ein Kampf ums blanke Überleben war", schildern die beiden Referenten den weiteren Ablauf.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der ehemaligen "Rußkuchl" im Gasthof zur Post in Bärnau geht es am Nachmittag dann nach Neusath Perschen. Genau auf so eine Rußkuchl, aber im Originalzustand, trifft man dann im Stiftland-Dorf. "Im großen Denkenbauernhof aus Poppenreuth bei Mähring kann man wunderbar nachvollziehen, wie die Frauen ihr Leben lang im Rauch standen, um für die Familie das Essen zu bereiten", so beschreibt Cornelia Stahl den Einstieg in die Führung.

"Gab es sie, die gute alte Zeit, von der so häufig geschwärmt wird"? Diese Frage schwingt den gesamten Nachmittag bei der Führung mit. Soziale Hierarchien werden im Hirtenhaus aus Poppenreuth aufgezeigt. Aber auch der Stolz einer jeder Bäuerin, der Garten vor dem Haus, wird besprochen. "Da kommt dann auch der Schönwerth ins Spiel", so Cornelia Stahl, der unter anderem einen Garten aus Bärnau genau beschrieben hat.

Neben dem Stiftland-Dorf werden dann noch die verschiedenen Landschaften der Oberpfalz und ihre jeweiligen Eigenheiten aufgezeigt, ein Kohlenmeiler und die alte Rauberweiher-Mühle von 1710 besichtigt. Mit einem Einblick in den "Bayerischen Katholizismus" endet dann die Führung im Wirtshaus, das gleich neben der Kapelle liegt. Nach einem abschließenden Zoigl und einer Brotzeit geht es dann wieder zurück in die nördliche Oberpfalz.

Kulturgeschichte der Oberpfalz über einen Zeitraum von über 1000 Jahren. Geht das? Beide Gästeführer bejahen: "Na klar geht das"!. Sie haben sich sowohl in Bärnau als auch in Neusath zusätzlich als Museumsführer ausbilden lassen. "Warum in die Ferne schweifen, wenn doch das Gute liegt so nah", so sah es Angelika Schraml, Leiterin der Tirschenreuther Volkshochschule, als sie die Idee ins Programm aufnahm. "Wir wollen wieder mehr aus unserer Heimat zeigen, deshalb gefällt uns dieser Ansatz sehr gut".

Die Kosten für die Museumsfahrt betragen inklusive Bus, aller Eintritte und Führungen 39 Euro. Plätze sind noch frei. Anmeldung bei der Volkshochschule unter 09631/88-205, oder vhs@tirschenreuth.de
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