Ein Jahr mehr Zeit
Stiftland-Gymnasium ist Pilotschule für "Mittelschule Plus"

Schulleiter Georg Hecht sieht in der "Mittelschule Plus" durchaus Vorteile für die Schüler. "Es geht nicht um die Noten, sondern um das eine Jahr mehr Zeit fürs Lernen." Bild: pbls

Im stressigen Gymnasiums-Alltag mehr Zeit zum Lernen und Üben zu haben, ist der Wunsch vieler Schüler und Eltern. An 47 Pilotschulen in Bayern startete zu Schuljahresbeginn ein zweijähriger Versuch. Unter den sieben Oberpfälzer Schulen ist auch das Stiftland-Gymnasium Tirschenreuth.

Tirschenreuth. Wie sich der Pilotversuch bewährt, ist noch abzuwarten. "Es geht nicht um die Noten, sondern um die zusätzliche Lernzeit, die die Kinder bekommen", macht Schulleiter Georg Hecht deutlich. "Wir haben gemerkt, dass viele Schüler und auch ihre Eltern sich das wünschen."

Während die Direktorenvereinigung der bayrischen Gymnasien den Versuch als "untauglich" bezeichnet hat, sieht Georg Hecht in dem Konzept Zukunft: "Unsere Schule wird in den nächsten Jahren immer eine Form der verlängerten Lernzeit anbieten." Auch spätere Schülergenerationen sollen die "Mittelstufe Plus" wählen können. Ein Beweggrund ist für den Oberstudiendirektor zum Beispiel das große außerschulische Engagement vieler Kinder. "Auch das professionelle Lernen eines Instrumentes kann durch den wegfallenden Nachmittagsunterricht stressfreier umgesetzt werden."

Die Gymnasiasten können sich nach der 7. Jahrgangsstufe zwischen der normalen kürzeren und der "Mittelstufe Plus" entscheiden. Allerdings muss ein Antrag gestellt werden, der auch die Gründe für die Wahl enthält. "Uns war es wichtig, alle ursprünglichen Ausbildungsrichtungen und möglichen Sprachfolgen im regulären G8 zu erhalten", erklärt Georg Hecht. Bei den Schülern, die die "Mittelstufe Plus" gewählt haben, kommt also eine Jahrgangsstufe 9+ dazu. "Die Grundlagenfächer werden besonders gefördert", erklärt der Schulleiter. Sie werden vier Jahre durchgehend unterrichtet.

Um weniger Stoff pro Jahr lernen zu müssen, wurden einzelne Nebenfächer in die 9+ verlegt. "Die Kinder haben (in Klasse 8, 9 und 9+) nur noch 30 Stunden Unterricht in der Woche", erzählt Schulleiter. Und: "Außer in der 10. Klasse haben die Kinder auch keinen verpflichtenden Nachmittagsunterricht." Dies lässt nach Hechts Worten mehr Zeit zum Üben. Der Lehrplan ist jedoch gleich. Nach der Mittelstufe kommen die Schüler in die reguläre Oberstufe. Sie schreiben ihr Abitur nach neun Jahren Gymnasium.

Bereits für das nächste Schuljahr haben laut Georg Hecht 65 Prozent der Schüler der naturwissenschaftlich-technologischen und der sprachlichen Ausbildungsrichtung den Antrag für eine "Mittelschule Plus" gestellt. Aber nicht alle wurden auch anerkannt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.