Ein Plädoyer für ein Auslandssemester
Jetzt oder nie!

Gerald Glaßl (rechts) und Alexander Boll haben sich in die weite Welt hinaus gewagt und viele großartige Erfahrungen damit gemacht. Ihren Alterskollegen können sie nur raten, das ebenfalls zu tun und sich dafür unbedingt weit von der Heimat entfernte Ziele auszusuchen. Bild: ubb

Gerald Glaßl (23) aus Mitterteich und Alexander Boll (22) aus Waldsassen haben viel zu erzählen. Während Gerald von der Stille der Bergwelt Südafrikas schwärmt, hat Alexander luxuriösen Pool-Partys in Thailand erlebt.

Mitterteich. Als Gerald Glaßl, Student der Betriebswirtschaft an der Universität Ingolstadt, im Jahr 2015 sein Auslandssemester plante, wusste er noch nicht einmal, wohin die Reise gehen wird. Sprichwörtlich mit dem Finger auf der (Goggle Earth-)Landkarte habe er den Globus abgesucht, erzählte der junge Mann beim durch den Kreisjugendring Tirschenreuth organisierten Vortrag im Mehrgenerationenhaus. Geralds Entscheidung fiel auf Port Elisabeth in Südafrika, wo es eine Partneruniversität gibt.

Zeitgleich machte sich Alexander Boll auf den Weg. Der Praktikant eines Weltunternehmens in Stuttgart, ging nach Bangkok und erlebte eine schillernde Welt zwischen Moderne und Armut. Eher in den Hintergrund geriet bei Geralds Vortrag die "Nelson Mandela Metropolitan University", wo er studierte. Wesentlich spannender waren die Ausflüge unter anderem zu herrlichen Stränden, in ein Armenviertel, zum Tafelberg in Kapstadt und für zehn Tage gemeinsam mit sieben Mädchen an der Küste entlang.

"Das mit den Mädels hat sich so ergeben. Man lernt sich im Hostel kennen und zieht los", sagte Gerald lachend zum "Hahn-im-Korb-Abenteuer". Teuer sei es nicht gewesen, und auch nicht gefährlich, wie oft von Afrika vermutet werde, erzählte er weiter. Ein Golf City könne für 120 Euro monatlich gemietet werden, das Taxi koste 80 Cent pro Fahrt.

"Vorsicht vor wildlebenden Affen", warnte der junge Mann. "Die klauen ständig das Essen!" Aber auch anderen Taschendieben sollte man richtig begegnen. Geralds zweiter Tipp: "Nicht raushängen lassen, dass man Geld hat." In der Bergwelt Südafrikas hat ihn besonders die Weite und Einsamkeit der Landschaften beeindruckt. "Man hört nur den Wind und fühlt sich völlig schwerelos!"

Alexander Boll erlebte in Asien alles andere als Einsamkeit. Schon am Bangkoker Flughafen holte ihn die erste Ernüchterung ein. "Es war alles ziemlich heruntergekommen", erzählte er. Glimmer und Glamour übertünchten in Asien die Armut des größten Teils der Bevölkerung. Alexander tauchte in eine schillernde Welt mit luxuriösen Pool-Partys ein, unter anderem auf der höchsten Bar der Welt. Er begegnete unbeschreiblich vielen Lockangeboten für Touristen bis hin zu den legendären Ladyboys. "Die kann man nicht übersehen, es gibt sie wirklich und überall", so Alexander.

Die Zweigstelle des Stuttgarter Unternehmens bescherte ihm einen straffen, wenig flexiblen Arbeitstag. "Das muss sein, sonst würden die Asiaten die beruflichen Anforderungen nicht ernst genug nehmen." Geduld ist eine asiatische Tugend - und bringt Europäer schier zur Verzweiflung: "Für 15 Kilometer Fahrstrecke durch Bangkok zum Kunden kann man gerne sieben Stunden verbringen", erzählte Alexander.

Der 22-Jährige hat seine Freizeit gut genutzt und die großen Metropolen Asiens mit all ihren Sonnen- und Schattenseiten besichtigt: Singapur, Hongkong und Macau gehörten dazu. Was Alexander besonders faszinierte: Das asiatische Essen, wozu auch Gerichte wie "gegrillter Skorpion" gehörten. Gerald und Alexander hatten aber nicht nur großartige Erlebnisse dabei. Sie konnten ihrem jungen Publikum auch viele Ratschläge mitgeben. Der wichtigste Tipp von Gerald: "Jetzt oder nie! Du wirst nie mehr so viel Zeit für einen Auslandsaufenthalt haben wie während deines Studiums!"
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