Erosion vermeiden und Gewässer verbessern
Regenwürmer tun dem Boden gut

Ausgezeichnet besucht war die Info-Veranstaltung zu Mulchsaat-Varitationen in Neualbenreuth. Bild: hfz

Neualbenreuth. Das Thema interessiert: Weit über 50 Landwirte informierten sich auf dem Betrieb der Familie Ferdinand Köstler über Mulchsaat-Varianten. Dazu hatten das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz, der Maschinen- und Betriebshilfsring Tirschenreuth und der Erzeugerring Oberpfalz eingeladen.

"Erosion vermeiden - Gewässer verbessern" war die Veranstaltung überschrieben. Im Gemeindegebiet Neualbenreuth kommt es bei Starkregen immer wieder zu großer Erosion in steilen Hanglagen, vor allem wenn die Äcker wenig bewachsen sind. Bereits im Sommer 2015 hat der Erzeugerring Oberpfalz gemeinsam mit zwei Landwirten aus Neualbenreuth mit der Ansaat von Zwischenfrüchten auf mehreren erosionsgefährdeten Feldern die ersten Maßnahmen für Bodenschutz und Wasserrückhaltung im Rahmen der Inititative "boden:ständig" gestartet. Im November wurde bei einer Flurbegehung mit interessierten Landwirten der damals schon sichtbare Effekt des Zwischenfruchtanbaus für den Erosionsschutz erläutert. Bei der Maschinenvorführung wurde aufgezeigt, wie die größtenteils abgefrorenen Zwischenfrüchte als Mulchdecke für die bevorstehende Maissaat dienen sollen. Zur Verdeutlichung des aktiven Erosionsschutzes kam ein Regensimulator der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zum Einsatz. Mit diesem von der Universität Iowa entwickelten Gerät können im Feld ausgestochene Bodenblöcke mit Düsen beregnet werden. Hier zeigte sich, dass ein mit einer Zwischenfrucht bewachsener, nicht verdichteter Boden durchaus mit einer großen Regenmenge fertig werden kann, ein verdichteter aber nicht. Auch zeigte sich, dass eine Mulchauflage den Wasserabfluss und den Bodenabtrag deutlich verringert.

Josef Rupprecht interpretierte die Ergebnisse und zog Rückschlüsse auf das Anbauverhalten. Entscheidend für die hohe und schnelle Wasseraufnahmefähigkeit auf der Fläche von Ferdinand Köstler sei der hohe Besatz mit Regenwürmern. "Jeder Wurmgang verbessert die Bodenfruchtbarkeit."

Im Anschluss wurden drei verschiedene Geräte zum Bearbeiten der Mulchdecke im praktischen Einsatz vorgestellt. Die Landwirte kamen zu dem Ergebnis, dass ein zu häufiges Bearbeiten der Mulchdecke die Mulchauflage drastisch reduziert und damit die Wirksamkeit gegen den Erosionsschutz verringert.
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