Feuerwehrler mit Leib und Seele
Kreisbrandrat a.D. Franz Arnold offiziell in den Ruhestand verabschiedet

Zum Abschied gab ein Konzertwochende bei "Roxette" in Berlin. Landrat Wolfgang Lippert (links), Kreisbrandrat Andreas Wührl (Bildmitte) bedanken sich im Namen des Landkreises und des Kreisfeuerwehrverbandes bei Franz Arnold für das langjährige Engagement. Bild: wro
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Kreis Tirschenreuth
31.01.2016
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Sein "Ich muss mal mit dir reden" war gefährlich. Denn wenn Franz Arnold das zum Landrat sagte, war es meist mit Kosten verbunden. Und zwar zum Wohle der Feuerwehren. Dafür gab's jetzt beim Abschied recht viel Lob für den früheren Kreisbrandrat.

Falkenberg. Ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele ist der Mitterteicher Franz Arnold. Bis zum vorigen Jahr war er der schlagende Puls der Landkreiswehren. Nach rund 45 Jahren wurde er im historischen Gasthof "Zum roten Ochsen" im Beisein zahlreicher Ehrengäste in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Dazu spielte die "Falkenberger Zoiglmusik" auf.

Landrat Wolfgang Lippert erinnerte an die Zeit als Franz Arnold als 18-Jähriger in die Mitterteicher Feuerwehr eintrat und sich sukzessive auf der Karriereleiter hocharbeitete. Der Sprecher würdigte Arnolds Engagement für die Feuerwehren. "Deine Forderungen waren stets begründet", ergänzte der Landrat. "Die Zusammenarbeit mit Dir war stets geprägt von gegenseitigem Vertrauen."

Der Landrat schätzte die immer ausgeglichene, menschliche, gesellige und humorvolle Art, aber auch die Kompromissbereitschaft und das Verständnis. Voll ins Schwarze traf Lippert schließlich mit seinem Abschiedsgeschenk, einer Einladung zu einem Konzert-Wochenende in Berlin. Nicht fehlen durfte auch ein bunter Blumenstrauß für Arnolds Ehefrau Rosi, die ihrem Mann während der langen Dienstjahre stets den Rücken frei gehalten hatte. Das nötige Taschengeld, dazu eine große Tüte Gummibärchen (Arnold wusste warum) steuerte Nachfolger Andreas Wührl im Namen des Kreisfeuerwehrverbandes bei und stellte respektvoll fest: "Mit Dir konnte man nicht streiten, Du besitzt einfach ein zu großes Fachwissen." Schließlich holte Wührl eine weitere Überraschung aus der Tasche hervor: die Ernennung zum Ehrenkreisbrandrat. Dazu hatte er eine historische Urkunde nachdrucken und kunstvoll beschriften lassen. Franz Arnold, sonst um eine Antwort selten verlegen, zeigte sich sprachlos.

Dickes Lob


Bernhard Gleißner von der Polizeiinspektion Kemnath gab ein besonderes Lob weiter: "Normalerweise verfallen Oberpfälzer, wenn wir jemanden loben nicht in sprachliche Euphorie. 's is aas worn", oder "'s hout passt reicht schon. Bei Dir möchte ich aber eine Schaufel drauflegen: Einwandfrei hout's passt!" Dr. Wolfgang Fortelny schließlich äußerte den Wunsch, dass man hoffentlich bald gemeinsam mit dessen Feuerwehrfahrzeugen zum Einsatz ausrücken dürfe, vielleicht sogar mit einer historischen Drehleiter.

VitaFranz Arnold trat am 1. April 1971 in die Feuerwehr Mitterteich ein. Im September 1979 übernahm er dort das Amt des Jugendwartes, das er ab 1991 auch landkreisweit ausübte. 1993 erhielt Arnold die Bestellung zum Kreisbrandmeister im Bezirk Mitte, 1998 zum Kreisbrandinspektor. Im Februar 2007 trat Arnold die Nachfolge des überraschend verstorbenen Kreisbrandrates Werner Baier an. 2012 wurde er für weitere drei Jahre bis zur Vollendung des 63. Lebensjahres wiedergewählt.

In seiner fast 45-jährigen Dienstzeit als aktiver Feuerwehrmann und seiner 25-jährigen Tätigkeit als Feuerwehrführungskraft erwarb sich Arnold bleibenden Anerkennung auch über Landkreisgrenzen hinaus. Zahlreiche ehrenvolle Auszeichnungen zeugen von seinen Verdiensten.

In seiner Amtszeit als Kreisbrandrat erfolgte die Errichtung der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz. Bei der Einführung des Digitalfunks er mit großem Engagement mit. Die Einrichtung der Kreiseinsatzzentrale in Wiesau erfolgte ebenfalls unter seiner Regie. Die neue Atemschutzübungsstrecke in Neuhaus in Kooperation mit der Stadt Weiden und dem Landkreis Neustadt/WN wurde in seiner Amtszeit ebenfalls auf den Weg gebracht. (wro)
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