Forstdirektor Johann Weber bei der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften
Wildverbiss nimmt ab

Forstdirektor Johann Weber beleuchtete das forstliche Gutachten. Bild: kro

Erst die Schweinepest, jetzt der Borkenkäfer: Jäger und Waldbesitzer sitzen bei der Schadensverhütung eigentlich in einem Boot. Sie wissen es nur nicht immer gleich.

Großbüchlberg. Das forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften im Bayerischen Bauernverband in der "Petersklause". Forstdirektor Johann Weber zeigte auf, dass die überwiegende Zahl der Hegegemeinschaften im Gebiet des Kreisverbandes eine "Insel der Glückseligen" sei, in denen nur noch reiner Wildverbiss ermittelt wurde.

Christian Geiger, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, blickte zunächst auf das abgelaufene Jahr zurück, , in dem die Schweinepest, das Jahr zuvor noch das Hauptthema der Jahreshauptversammlung, zunehmend in den Hintergrund gerückt sei. Er vermutete aber nicht, dass die Krankheit im Osten Europas als Ausgangspunkt ausgerottet wurde.

Forstdirektor Johann Weber erinnerte die Zuhörer daran, dass die gewünschte Waldverjüngung auch mit dem Schutz des Leittriebverbisses zu erreichen sei. Hier sollten Revierinhaber und Jagdvorstände in einer gemeinsamen Arbeit die Aufstellung von Abschussplänen vornehmen. "Eigenverantwortlichkeit ist gefragt", so Webers Erkenntnis.

Zur Umsetzung des Vegetationsgutachtens empfahl der Forstmann gemeinsame Revierbegänge von Jagdpächtern und Waldbesitzern und bot dafür auch die Mitwirkung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten an. Ein Grundstückeigentümer müsse die Möglichkeit haben, seinen Wald so zu verjüngen, wie er es für richtig halte.

In den letzten 25 Jahren konnte laut Weber durch konsequente Umsetzung der aufgestellten Abschusspläne ein wesentlicher Verbissrückgang verzeichnet werden. "Oberstes Ziel der jagdlichen Maßnahme sind naturnahe, gemischt gestaltete Wälder, die sich selbst verjüngen können." ARGE-Sprecher Christian Geiger nannte den Abwärtstrend beim Wildverbiss einen guten Weg. Er verwies dann noch auf die bevorstehende Borkenkäferproblematik.

Durch den trockenen Sommer 2015 kam es zu einer starken Rückbildung der Feinwurzeln der Bäume, so dass diese immer noch nicht genügend Wasser aufnehmen könnten und dadurch nach wie vor geschwächt seiend Forstschädlinge wie der Borkenkäfer hätten somit ein leichtes Spiel. Geiger bat die anwesenden Jagdvorsteher eindringlich, mit dieser Gefahr nicht leichtfertig umzugehen. Vielmehr sollten Jäger und Jagdgenossen unverzüglich den jeweiligen Waldbesitzer über vorhandene Käferbäume informieren, damit eine Käfer-Katastrophenjahr verhindert werden könne.
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