Franz Busl im Alter von 84 Jahren verstorben
Viele Marksteine im Landkreis gesetzt

Franz Busl ist im Alter von 84 Jahren in Bamberg gestorben. Bild: hfz
Vermischtes
Kreis Tirschenreuth
30.04.2016
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An seinem Alterswohnort Bamberg ist der frühere Heimatpfleger des Landkreises Tirschenreuth, Franz Busl , im Alter von 84 Jahren verstorben. Er übte das Amt des Kreisheimatpflegers in den Jahren von 1966 bis 2001 aus. In diesen 35 Jahren setzte er in den Bereichen Denkmalpflege, Volkskunde und Mundartforschung Marksteine, die noch heute nachwirken.

Unermüdlich setze er sich für den Erhalt der Baudenkmäler im Landkreis ein. Ein besonderes Augenmerk legte er dabei auf die zahllosen Zeugen kirchlichen und religiösen Lebens. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an den Erhalt der Niklaskirche bei Mähring, der Waldkapelle Alter Herrgott zwischen Mähring und Neualbenreuth, der Elisabethkirche nahe seines Wohnortes Bärnau und der Wallfahrtskirche auf dem Armesberg im Kemnather Land.

Franz Busl wurde 1931 in Tirschenreuth auf der Schmelitz geboren, wo er auch aufwuchs. Nach dem Krieg und einer Lehre als Zimmermann wechselte er zur Polizei, in deren Diensten er als Grenzpolizist bis 1986 stand - seit 1963 in seinem langjährigen Wohnort Bärnau. Dabei verstand sich Busl immer als Gendarm.

1966 wurde er vom Landkreis Tirschenreuth und der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns zum Heimat- und Archivpfleger bestellt. Unermüdlich forschte er über die Geschichte seiner Heimat, veröffentlichte wissenschaftliche Beiträge in anerkannten Publikationen und gab dem Ehrenamt des Heimatpflegers neuen Glanz.

Er nahm an zahllosen Ortsterminen teil, erarbeitete eine Denkmalschutzliste für den Landkreis und war ein unverzichtbarer Ratgeber in allen Fragen der Heimatgeschichte. Daneben verfasste er mehrere Bücher und gab den Heimatkalender für die Oberpfalz heraus. In die Amtszeit von Franz Busl fiel auch die kommunale Gebietsreform 1972, die aus den beiden selbstständigen Kreisen Tirschenreuth und Kemnath den damals neuen Großlandkreis Tirschenreuth formte.

Busl vereinte die heimatgeschichtlichen Aspekte beider anfangs recht unterschiedlicher Kreise und schuf eine gemeinsame heimatkundliche Identität. Unvergessen sind sein Engagement für den Kemnather Heimatkreis, die Wallfahrtskirche Armesberg und die Integration der volkskundlichen Eigenheiten in das Gesamtgebilde Landkreis Tirschenreuth. Sowohl das Stiftland als auch das Kemnather Land tragen noch heute die Spuren.

Der Kontakt zu den Männern und Frauen, die aus dem Volk heraus ihre Geschichte und ihre Geschichten erzählten, haben ihm stets Inspiration und eine fast schon kindliche Neugier mitgegeben zu erforschen, warum denn die Heimat eine Heimat für so viele verschiedene Menschen ist. Sein unermüdliches Engagement zeichnet sich auch in den vielen Ehrungen und Würdigungen ab.

Besonders erwähnt seien das Bundesverdienstkreuz am Bande, die Johann-Andreas-Schmeller-Plakette in Silber und Gold, der Ehrenring der Stadt Tirschenreuth, die unzähligen Ehrungen der Vereine und die Verdienstnadel der Bayerischen Akademie der Wissenschaften für seine herausragenden Verdienste um die Mundartforschung in Bayern.

Busl war lange Zeit CSU-Stadtrat in Bärnau - und freier Berichterstatter des Neuen Tages und des Stiftlandboten. Die Trauerfeier findet am Mittwoch um 10 Uhr in der Stadtpfarrkirche Tirschenreuth statt.
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