Jäger machen sich für Fischbauern stark
„Possierliche Rückkehrer“ sorgen für Diskussionen

Über den Fischottermanagementplan informierte Dr. Christian Wagner (rechts) von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising. Zusammen mit Hubert Rustler betonte der Referent: Keineswegs nehme man die Sorgen und Nöte der Betroffenen auf die leichte Schulter. Bild: wro
 
"Wir wollen die Botschaft rüberbringen. Es darf nicht wieder so laufen wie beim Biber." Zitat: Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg

Wiesau. Jäger haben nicht nur das Recht zur Jagd. Sie haben auch die Pflicht zur Hege. Damit soll ein möglichst artenreicher, gesunder und den Nutzungsverhältnissen angepasster Wildbestand erhalten oder wieder hergestellt werden. Um Rechenschaft abzuliefern, treten die Waidmänner einmal im Jahr an die Öffentlichkeit.

Ausrichter der diesjährigen Hegeschau im Wiesauer Pfarrzentrum war die Hegegemeinschaft Falkenberg. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von den Jagdhornbläsern aus Falkenberg und Waldsassen. Verbunden war das diesjährige Treffen mit einer Ausstellung von Gehörnen und Geweihen des erlegten Rot- und Rehwildes. Vielbestaunt war auch die Fotoausstellung im Foyer des Wiesauer Pfarrzentrums.

Vor zahlreichen Gästen aus der Forst- und Teichwirtschaft sowie politischen Vertretern widersprach Hubert Rustler, der Kreisvorsitzende des Landesjagdverbandes, der landläufigen Meinung, die Jagd sei nur ein Hobby. "Vielmehr erhalten und pflegen die Jäger Traditionen, Brauchtum und Kultur." Den Bericht zum abgelaufenen Jagdjahr legte Kreisjagdberater Gregor Ziegler vor. Verständnis zeigte der Sprecher für die durch Wildschäden leidgeprüften Bauern. Ziegler mahnte zur "Jägerpflicht", betroffenen Landwirten zur Seite zu stehen. Als einen wichtigen Pflichttermin bezeichnete er den regelmäßigen Besuch am Schießstand. Der sichere Umgang mit der Jagdwaffe sei wichtiger denn je.

In seinem Grußwort würdigte der stellvertretende Wiesauer Bürgermeister Fritz Holm die Vielzahl der Aufgaben. Verständnis für die Sorgen der Teichbauern zeigte auch Landrat Wolfgang Lippert. "Viele Fischbauern stehen vor dem Aus!" bedauerte Lippert. Schuld seien "possierliche Rückkehrer", die sich im Landkreis inzwischen wieder fest etabliert hätten. Als Beispiele nannte der Sprecher Fischotter und Mink. Lippert hielt eine kritische Diskussion um die "Tierchen" für äußerst wichtig. Keineswegs wolle man aber tatenlos zusehen. Die Schäden könnten nicht mehr wegdiskutiert werden. "Die Erfahrung mit den Bibern hat gezeigt, wie wichtig rechtzeitiges Handeln ist. Alle Lebewesen hätten ihre Daseinsberechtigung, betonte der Landrat. "Mink, Otter und Biber vertragen sich aber mit den Teichwirten nicht."

Nicht nur diskutieren


Wie beim Biber dürfe nicht nur jahrelang untersucht und diskutiert werden, bis es zu brauchbaren Lösungsansätzen komme. "Es muss rechtzeitig etwas geschehen", forderte Hubert Rustler. Seit geraumer Zeit werde die "heile Welt" der Fischbauern massiv gestört. Ein wichtiger Schritt zur Lösung sei der seit Anfang dieses Jahres auf den Weg gebrachte Fischotter-Managementplan.

Über den Stand der Umsetzung informierte Dr. Christian Wagner von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising. Damit wolle man die erheblichen Schäden in der Teichwirtschaft abwenden und ein günstigen Erhaltungszustand in Bayern gewährleisten. Keineswegs nehme man die Sorgen und Nöte der Betroffenen nur auf die leichte Schulter.

Die abschließenden Podiumsdiskussion moderierte Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg: "Es sind immer die Grundbesitzer, die die Nachteile tragen müssen. Keiner denkt über die Folgen nach", stellte der Friedenfelser mit Besorgnis fest. Freilich sei es als Erfolg des Artenschutzes zu werten, dass sich manche Tierarten in der Region wieder etablieren konnten. Die Rückkehr des Fischotters sei aber zu einem Problemfall geworden, der auf dem Rücken der Teichbauern ausgetragen werde. "Wir wollen die Botschaft rüberbringen. Es darf nicht wieder so laufen wie beim Biber." Gleichzeitig forderte der stellvertretende Kreisvorsitzende aber einen sauberen und ordentlichen Umgang mit dem Fischotter.

An der abschließenden Podiumsdiskussion beteiligten sich unter anderem der Vizepräsident des Landesfischereiverbandes, Alfred Stier, Hans Klupp, Vorsitzender des Fischerzeugerrings und der Arge Fisch, sowie der Sprecher der Teichwirte im Bauernverband, Alfons Stock.

Wir wollen die Botschaft rüberbringen. Es darf nicht wieder so laufen wie beim Biber.Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg


Die Erfahrung mit den Bibern hat gezeigt, wie wichtig rechtzeitiges Handeln ist.Landrat Wolfgang Lippert
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