Jahresversammlung des Schutzvereins
Ameisen sind gute Geologen

Franziska Schön trägt ab sofort die Mitgliedsnummer 100. Vorsitzender Martin Weiß gratulierte dem Jubiläumsmitglied. Bild: wro

Falkenberg. Fast auf den Tag genau vor 28 Jahren wurde der Ameisenschutzverein Tirschenreuth gegründet. Die Freunde der sechsbeinigen Krabbler haben sich seitdem zum Ziel gesetzt, den fortschreitenden Rückgang der Ameisen aufzuhalten, sie zu schützen, zu fördern und ihre natürliche Vermehrung zu unterstützen.

20 ausgebildete Ameisen-Heger verschaffen sich regelmäßig einen genauen Überblick über die Bestände. Das geschieht durch eine jährliche Inventur. Mit umfangreichen Schutz- und Umsiedlungsmaßnahmen sichern sie zugleich auch die Bestände. Viele bedrohte Ameisenvölker konnten so gerettet werden.

Zu ihrer Jahreshauptversammlung hatte der Ameisenschutzverein Tirschenreuth in den Gasthof "Zum goldenen Stern" nach Falkenberg geladen. Vorsitzender Michael Weiß legte eine detaillierte Jahresbilanz vor und freute sich über die zahlreichen Gäste, zugleich auch über den Besuch des stellvertretenden Landesvorsitzenden Hubert Fleischmann.

Der Ameisenschutzverein war auch im vergangenen Jahr wieder bemüht Nester umzusiedeln oder - falls erforderlich - auch zu schwächen. "Einige Nester waren zu groß geworden, ein behutsames Eingreifen erschien uns als sinnvoll." Mit Sorge betrachtet der Ameisenschutzverein derzeit einen aktuellen Hilferuf aus Höll bei Pullenreuth. Eine aufmerksame Beobachterin hatte vor wenigen Tagen feststellen müssen, dass bei Baggerarbeiten ein Ameisennest vollständig zugeschüttet worden war.

Einige der Krabbler konnten sich inzwischen zwar selbst befreien, wie das Problem jedoch endgültig zu lösen ist, wusste der Sprecher noch nicht. Weitere Nester in Grötschenreuth und in der Nähe von Weiden konnten dafür erfolgreich umgesiedelt werden. Der gute Ruf des Mitterteicher Kreislehrgartens habe sich inzwischen herumgesprochen, freute sich der Vorsitzende. "Immer wieder besuchen uns Schulklassen. Damit die Anlage rund um die Vereinshütte noch attraktiver wird, wollen wir in den kommenden Wochen auch Ruhebänke aufstellen." Auch der Stromanschluss schreite zügig voran. Erfreulich sei auch der Mitgliederstand. Vom erklärten Ziel von 200 Mitgliedern sei man zwar noch weit entfernt, mit Franziska Schön ist immerhin die Hälfte geschafft.

Als Gastrednerin konnte Weiß Dr. Gabriele Berberich begrüßen. In mühevoller Kleinarbeit hat die Duisburger Diplom-Geologin die Ameisenbestände rund um Münchsgrün kartographiert und dabei erstaunliche Erkenntnisse gewonnen. Die vorläufigen Zwischenergebnisse stellte sie den Mitgliedern vor. Gemeinsam mit ihrem Ehemann durchstreifte sie kreuz und quer das weitläufige Gebiet. Dr. Berberich kam zu der Erkenntnis, dass Ameisen gute Geologen seien. Ameisenstaaten befänden sich in aller Regel unmittelbar an geologisch markanten Punkten, informierte die Referentin.

Während der Entdeckungstour habe sie rund 2300 Ameisennester zählen können. Das verblüffte selbst die erfahrensten Ameisenfreunde, mit so einer großen Zahl hatten sie nicht gerechnet.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.