Karpfen geadelt
Greenpeace empfiehlt Oberpfälzer Brotfisch

Der Oberpfälzer Karpfen ist laut Fischratgeber von Greenpeace die einzige Fischart, die ohne Einschränkung zu genießen ist. Archivbild. Grüner
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Kreis Tirschenreuth
15.02.2016
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Karpfen-Bruschetta. Bild: hfz

Fisch gilt als eines der gesündesten Nahrungsmittel überhaupt, der Verbrauch steigt stetig. Genauso rasant nimmt jedoch auch die Überfischung der Meere zu. Es gibt einen Ausweg: Oberpfälzer Karpfen.

Tirschenreuth. Das hören die Stiftländer Fischzüchter gerne: Die Umweltorganisation Greenpeace hat den "Brotfisch" jetzt "geadelt". Laut dem regelmäßig erscheinenden Fischratgeber der Umweltorganisation ist nämlich einzig der Karpfen "ausnahmslos empfehlenswert" und die einzige Fischart, die man auch völlig ohne Einschränkungen genießen kann.

"Rund 115 Arten hat Greenpeace in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern bewertet", weiß Stephanie Wenisch, Projektmanagerin für das EU-Fischwirtschaftsgebiet Tirschenreuth. Dabei wurden 550 Wildfischbestände betrachtet sowie 120 Zuchtmethoden, die von Land zu Land jeweils unterschiedlich sind.

"Die Bewertung berücksichtigt bei Wildfischereien neben dem Zustand des jeweiligen Fischbestands auch, inwieweit sich die Fangmethode auf die Umwelt auswirkt", weiß Wenisch. Bei Aquakulturen wiederum spielten etwa die Herkunft der Eier beziehungsweise der Jungtiere, die Zusammensetzung des Futters sowie die Einhaltung von Menschenrechten der Arbeiter in den Aufzuchtstationen eine Rolle.

Keinerlei Beanstandungen hatte die Umweltorganisation bei Karpfen aus europäischer Teichwirtschaft. "Der Oberpfälzer Brotfisch punktet auf ganzer Linie", freut sich die Fisch-Expertin. "Die schonende Aufzucht in naturnahen Teichen, kleine Familienbetriebe statt industrieller Produktion und eine Erzeugung völlig ohne Bedarf an tierischen Nebenprodukten wie Fischmehl machen ihn zur Nummer 1 in Sachen Nachhaltigkeit."

Viele Betriebe im Landkreis Tirschenreuth haben sich zudem dem Label "Oberpfälzer Karpfen" angeschlossen. Für die von der EU geschützte geographische Angabe verpflichten sie sich zu einer nochmals schonenderen und nachhaltigeren Produktion. "Wer sich für Karpfen entscheidet, verzichtet damit keineswegs auf den Gesundheitsaspekt beim Fischgenuss." Karpfen ernähre sich in der traditionellen Teichwirtschaft der Oberpfalz hauptsächlich von Naturnahrung wie Wasserflöhen.

"Dadurch ist das Fleisch mit drei bis sechs Prozent Fettgehalt nicht nur besonders fettarm, sondern enthält auch einen hohen Anteil der wertvollen Omega-3-Fettsäuren", verweist die Projektmanagerin auf Versuchsreihen des Instituts für Fischerei an der Bayerischen Landesanstalt. "Im Gegensatz zu Meeresfisch ist Karpfen außerdem völlig frei von jeglicher Schadstoffbelastung mit Chemikalien oder Schwermetallen." Nur beim Jodgehalt könne der Karpfen nicht mit dem Seefisch mithalten. "Mit einer Prise Jodsalz lässt sich das jedoch problemlos ausgleichen und einem nachhaltigen und gesunden Fischgenuss steht nichts mehr im Wege."

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Weitere Informationen:

www.erlebnis-fisch.de

RezepteOberpfälzer Karpfenfilet im Weizenbierteig

Zutaten: etwas Zitronensaft, Salz, Pfeffer, 3 Eier, 250g Mehl, ½ Liter Weizenbier, Paprika edelsüß, Öl

Zubereitung: Die Karpfenfilets mit wenig Zitronensaft säuern, salzen und pfeffern. Die Eier trennen, das Eiweiß sehr steif schlagen. Eigelb mit Mehl, Paprika und Weißbier verschlagen; den Eischnee unterheben. Die Karpfenfilets im Bierteig wenden und in der Bratpfanne in heißem Pflanzenöl ausbacken. Dazu passt ein hausgemachter Oberpfälzer Erdäpfelsalat.

Räucherkarpfen-Bruschetta

Zutaten: 500g geräuchertes Karpfenfilet, 4 Tomaten, 100g Mozarella, ½ Gurke, etwas Zitronensaft, Salz, Pfeffer, frische Kräuter, Rucola, Baguette oder Bauernbrot

Zubereitung: Karpfenfilet enthäuten und in kleine Würfel zerteilen. Tomaten kurz in heißem Wasser überbrühen und enthäuten, dann Kerne entfernen und das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Mozzarella fein würfeln, die Gurke halbieren, Kerne entfernen und ebenfalls würfeln. Alle Zutaten in einer Schüssel vermengen und mit Zitronensaft, wenig Salz, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und frisch gehackten Kräutern abschmecken. Baguette in nicht zu dicke Scheiben schneiden und im Ofen knusprig rösten - nach Geschmack eventuell Knoblauch dazu geben. Die noch heißen Brotscheiben mit Rucola belegen und die Räucherkarpfenmasse daraufgeben. Bruschetta schmecken noch heiß am besten. Auch ein würziges Oberpfälzer Holzofenbrot passt hervorragend zu diesem Rezept.
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