Krankenstand im Landkreis über Bayernschnitt
Stiftländer öfter krank

Im Schnitt 18,8 Tage im Jahr sind im Landkreis Tirschenreuth AOK-Versicherte krankgeschrieben. Damit liegen die Stiftländer über dem Bayernwert. Archivbild: dpa

Eine aktuelle Auswertung der AOK zeigt: Arbeitnehmer aus dem Landkreis sind häufiger krank als im Süden Bayerns. Und das hat auch seinen guten Grund.

Tirschenreuth. Die Allgemeine Ortskrankenkasse hat einmal die Krankmeldungen ihrer Versicherten im Jahre 2015 durchleuchtet. Mit durchaus überraschenden Ergebnissen. Mit 5,1 Prozent liegt der Krankenstand über dem bayerischen Schnitt von 4,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich mehr Beschäftigte krank gemeldet, kletterte der Krankenstand im Landkreis Tirschenreuth um 0,2 Prozentpunkte.

Auffällig ist vor allem die Zunahme der Atemwegserkrankungen. 40,6 Krankmeldungen je 100 erwerbstätige AOK-Mitglieder gab es deswegen im vergangenen Jahr im Landkreis. Im Jahr zuvor waren es noch 34,1 Krankmeldungen. Experten führen die Steigerung vor allem auf die Erkältungswelle in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres zurück.

Demgegenüber entfielen 28,8 Fälle von Arbeitsunfähigkeit (je 100 erwerbstätige AOK-Versicherte) auf Muskel-/Skeletterkrankungen, 17,0 auf Erkrankungen des Verdauungssystems und 17,1 auf Verletzungen. "Geht es um die Dauer der Erkrankung, so verursachen Muskel- und Skeletterkrankungen immer noch die meisten Ausfalltage", berichtet Direktor Klaus Lill von der AOK in Tirschenreuth.

"Statistisch gesehen war deswegen 2015 jeder AOK-versicherte Arbeitnehmer im Landkreis 6,59 Tage krank geschrieben." Laut Lill ergaben sich 2,7 Fehltage aus Atemwegserkrankungen, 3,15 Krankheitstage wegen Verletzungen. Insgesamt war im Freistaat durchschnittlich jeder AOK-versicherte Arbeitnehmer 17,1 Kalendertage krank, im Landkreis Tirschenreuth waren es 18,8 Tage.

Die Daten der AOK weisen innerhalb Bayerns ein deutliches Nord-Süd-Gefälle auf. Während in Ober- und Unterfranken der Krankenstand mit jeweils 5,3 Prozent am höchsten war, betrug er in Oberbayern lediglich 4,2 Prozent. In der Oberpfalz lag er bei 4,8 Prozent. Warum? "Nordbayerische Unternehmen haben deutlich ältere Belegschaften", weiß Lill. "Oberbayerische Arbeitgeber dagegen profitieren von einem starken Zuzug jüngerer Arbeitnehmer."

"Um arbeitsbedingte Erkrankungen zu vermeiden, unterstützen wir Unternehmen aus unserer Region beim betrieblichen Gesundheitsmanagement", so der AOK-Chef. Allein im Direktionsbereich Tirschenreuth nutzten jährlich rund 20 Unternehmen diesen Service. Bayernweit waren es allein im letzten Jahr mehr als 3200 Unternehmen.

Dabei zählte etwa jedes dritte Unternehmen zum verarbeitenden Gewerbe, jedes sechste gehörte der Gesundheits- und Sozialbranche an. Vom betrieblichen Gesundheitsmanagement profitieren auch kleine und mittelständische Unternehmen. Rund 40 Prozent der Unternehmen mit langfristigen Projekten zur Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) beschäftigen weniger als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Nordbayerische Unternehmen haben deutlich ältere Belegschaften.AOK-Direktor Klaus Lill
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.