Kritik an der Verordnungsflut
Rinderzüchter sehen sich am Gängelband der Politik

Erfolgreiche Rinderzüchter wurden in der Jahreshauptversammlung geehrt. Fachberater Rudolf Traxinger (sitzend, links) überreichte die Preise. Mit im Bild Dr. Elisabeth Prölß (rechts), stellvertretender Bürgermeister Erich Lang (Zweiter von rechts), Landwirtschaftsdirektor Dr. Thomas Nibler (Siebter von rechts), Vorsitzender Harald Püttner (links, stehend), Wolfgang Wenisch (Zweiter von links, stehend) und Stefan Schleicher (Dritter von links, stehend). Bild: wro
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Kreis Tirschenreuth
01.02.2016
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Die Milch macht's. Aber nicht nur. Die Landwirte haben einen ganzen Katalog an Regelungen zu beachten. Und fühlen sich nur allzu oft von der Bürokratie gegängelt.

Wiesau. Dass die Arbeit in der Landwirtschaft eine ständige Herausforderung bleibt, dieses Fazit zogen die Rinderzüchter unter dem Vorsitz von Harald Püttner bei ihrer Jahreshauptversammlung im Bayersaal. Landwirtschaftsdirektor Dr. Thomas Nibler fand dafür klare Worte: "Wir wollen eine hohe Milch-, aber auch eine hohe Lebensleistung." Und das schließe den Faktor Gesundheit nicht aus.

Erfreut zeigte sich Nibler über die Qualität der Tiere, auch die der Bio-Betriebe in der Region. Der Viehbestand auf den Weiden und in den Ställen sei qualitativ hochwertig. "Das sind Hochleistungstiere, die man auch anschauen kann." Nibler zeichnete ein überwiegend positives Bild, die Erfolgskurven blieben stabil, zeigten meist sogar nach oben. Trotzdem müsse man sich auch künftig immer wieder neu ausrichten, mahnte der Landwirtschaftsdirektor. Sorge bereite den Bauern nach wie vor die Entwicklung bei den Milchpreisen. Dennoch könne man auf das Erreichte stolz sein. Deutliche Kritik übte Stefan Schleicher, Vorstandsmitglied der Besamungsgenossenschaft Marktredwitz/ Wölsau, an den EU-Sanktionen. Schleicher verteidigte vehement die Arbeit der Bauern. Dass ein Meldeverstoß vor allem während der arbeitsreichen Erntezeit ohne Absicht passiere, stehe außer Zweifel.

Für ein wenig Heiterkeit sorgte Leitender Landwirtschaftsdirektor Wolfgang Wenisch mit seinen Informationen aus Berlin: "Umweltministerin Barbara Hendricks möchte die Massentierhaltung einschränken", informierte der Chef des Tirschenreuther Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. "Ob da auch die Bienenzüchter darunter fallen, deren Völker ja auch in Massen gehalten werden, kann ich aber nicht sagen."

Wenisch zeigte ebenfalls wenig Verständnis für manche Entscheidung der entsprechenden Behörden. Das Ordnungsrecht ersetze zunehmend die Freiwilligkeit. "Fakt ist doch, dass immer weniger eine Ahnung von der Landwirtschaft haben und dafür anfälliger für Falschinformationen aus den Medien und bestimmten Verbänden werden."

Wenisch plädierte dafür, weitere umfangreiche, bürokratische Auflagen einzugrenzen. "Schwarze Schafe" dürften aber nicht gedeckt werden. Die seien schließlich die Hauptursache für die Verordnungsflut."

Mehr Beratung als Kontrolle


Dr. Elisabeth Prölß vom Veterinäramt appellierte an die Landwirte, die geforderten Hygienestandarts einzuhalten. Ihre Behörde sei weniger als Kontrollorgan, denn als beratende Stelle zu betrachten. Allerdings müsse sie auch die Verordnungen und erlassenen Gesetze überwachen. Stellvertretender Bürgermeister Erich Lang bedauert, dass so manches Gesetz gar nicht realisierbar sei.

Als Delegierte in den Ausschuss des Milcherzeugerrings gewählt wurden Berthold Wegmann und Josef Zeitler, als Stellvertreter Xaver Frank und Gerhard Schuller.

Die erfolgreichen RinderzüchterViel Lob und Anerkennung gab es von Rinderzucht-Fachberater Rudolf Traxinger. Er zeichnete die erfolgreiche Züchter aus dem Landkreis mit Urkunden, Bildern und kleinen Modellkühen aus.

Beste Herdenleistung

Berthold Wegmann (Höll bei Pullenreuth), Harald Püttner (Redenbach b. Mähring ), Thomas Scharnagl (Dippersreuth) und Christina und Andreas Kunz (Groppenheim)

Höchste Lebensleistung

Wolfgang Meisl (Dippersreuth) für seine Kuh "Gerdi", Michaela Grillmeier (Pechofen) für "Rosalie", Bernhard Kraus (Plößberg) für "Benni", Kurt Fischer (Bärnau) für "Anja" für hohe Lebensleistung. Josef Rosner (Kondrau), für hohe Milchleistung. Für "hohe Eutergesundheit" Markus Müller (Kemnath)

Höchste Laktoseleistung

"Batinca" aus dem Betrieb Berthold Wegmann (Höll)

Beste Marktbeschicker

Martin Härtl (Kleinbüchlberg), Wolfgang Purucker (Burggrub bei Krummennaab).

Zuchtbullen

Berthold Wegmann (Höll) für "Gera" und "Vlax", Thomas Scharnagl (Dippersreuth) für "Waldler" und "Dinipeg" , Martin Wolf (Immenreuth) für "Endwahl" und Thomas Kolb (Redenbach) für für "Solist"
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