Mitterteicher Tafel freut sich über vielfältige Aktionen
Gute Ideen füllen die Kassen

Bunte Blumen und ein Dankeschön für ihre vielseitige Dienste erhielt die Tafel-Mitarbeiterin Helga Mannl (links) aus den Händen der Vorsitzenden Hannelore Bienlein-Holl (rechts). Bild: wro

Bedarfsgemeinschaften - das klingt so sachlich neutral. Gemeint sind damit Menschen, die nicht genug Geld zum Leben haben. Zum Glück gibt's die Tafel.

Fuchsmühl. In Deutschland gibt es Lebensmittel im Überfluss, dennoch herrscht bei vielen Menschen Mangel. Die Tafeln bemühen sich um einen Ausgleich, sammeln überschüssige, qualitativ einwandfreie Lebensmittel, geben diese an Bedürftige weiter. Bei der Jahreshauptversammlung der "Mitterteicher Tafel e.V." im Schlosshotel zog Vorsitzende Hannelore Bienlein-Holl eine beachtliche Bilanz der humanitären Hilfe. Gleichzeitig danke sie allen Mitarbeitern für die geleisteten Stunden, auch den Firmen, die sich mit Lebensmittelspenden in das Wirken der Tafel regelmäßig einbringen.

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Landkreis sei auch im vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen, informierte die Vorsitzende. Neben Geld- und Sachspenden einzelner Privatleute, Firmen und Kommunen freue man sich stets auch über spontane Aktionen, wie zum Beispiel der Erntedankaktion der Pfarrei Fuchsmühl, oder die "Cent-Aktion" der Schott-Mitarbeiter. Die Vorsitzende erinnerte auch an Aktionen wie "Gemeinsam Teller füllen", die Christbaumaktion der Bayerischen Staatsforsten oder auch die "Kauf eins mehr"-Aktion". "Bauern sind sauer wie die sprichwörtliche Milch", fuhr Bienlein-Holl fort. Die Preise seien im Keller, da verschenkten die Landwirte lieber ihre Produkte als sie unter Wert zu verkaufen. "Uns freut's", kommentierte sie die Spendenfreudigkeit der Landwirte und erinnerte schließlich an das Benefizkonzert "Geige weint für den Frieden" in Tirschenreuth. Von zahlreichen Organisatoren unterstützt, konnte man mit dieser "guten Idee" nicht nur die Kassen der Tafel füllen, gleichzeitig erfreute man mit der Musik auch die Ohren und Herzen der zahlreichen Zuhörer.

Unter dem Leitwort "Es geht nicht darum, dass man einen Beruf erlernt, wichtig ist auch das soziale Engagement" stellen sich laut Bienlein-Holl auch Auszubildende in den Dienst der Tafel. "Schüler und Freiwillige bieten gerne ihre Mithilfe an und langen kräftig zu." Ein enormes Arbeitspensum aber zeichne die ehrenamtlichen Helfer der Tafel in Mitterteich, Kemnath und Erbendorf aus. Gerne nehmen die 35 Mitarbeiter auch mal weite Wege in Kauf, um die Waren abholen zu können. Alleine im vergangenen Jahr sei man weit herum gereist, habe mit zwei Fahrzeuge Lebensmittel auch aus den entlegensten Ecken des Landkreises abgeholt. Dabei wurde eine Wegstrecke von insgesamt 41 417 Kilometer zurückgelegt. "Das ist einmal um den Globus", bilanzierte Bienlein-Holl.

Inzwischen wurde auch das Fernsehen auf die Tafel aufmerksam. Die Sendung wurde vor wenigen Tagen in 3sat ausgestrahlt. Abschließend informierte die Sprecherin, dass die Gründung eines Landesverbandes angestrebt werde. Das sei in vielerlei Hinsicht wichtig, stärke die Kontaktstrukturen, auch die Spendenbereitschaft.

Der ehemalige Abgeordnete Werner Schieder betonte als Gastredner, dass die Arbeit der Tafel für bedürftige Menschen sicher mehr als wertvoll sei. "Dass man in einem reichen Land solche Einrichtungen überhaupt braucht, ist in meinen Augen aber bedenklich." Politiker ergänzte: Der wohlhabende Deutsche existiere scheinbar doch nicht. Dies sei wohl auch ein Beweis für das sozialpolitische Defizit in diesem Lande.
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