Netzwerke bilden
Landwirte sollen agieren und nicht nur reagieren

Langjährige Mitglieder zeichnete der Verband für Landwirtschaftliche Fachbildung (VfL) im Landkreis aus. Dazu gratulierten (von links) MdL Annette Karl und Bürgermeister Roland Grillmeier sowie Vorsitzender Helmut Grillmeier (rechts) und Geschäftsführer Wolfgang Wenisch (Dritter von rechts). Bild: jr

Der zivilisierte Mensch steckt in der Zwickmühle. Da ist einerseits das "Du sollst nicht töten", was zunehmend auf Nutztiere ausgedehnt wird. Und da ist andererseits die Tatsache, dass der Mensch ein Allesfresser ist. Wie lösen?

Großbüchlberg. Heiner Neuner, Leiter der Landvolkshochschule Feuerstein, hatte da durchaus Ansätze. Beim Verband für landwirtschaftliche Fachbildung in der "Petersklause" hob er hervor, dass in der öffentlichen Darstellung der Landwirtschaft einerseits alle gängigen und romantisierenden Klischees bedient würden, andererseits mit Akribie und überzeichnend alles angeprangert werde, was diesen Wunschvorstellungen nicht entspreche.

Tierwohl im Auge


"Nicht mehr die Lieferung gesunder Lebensmittel steht im Vordergrund, sondern ein nachhaltiges Wirtschaften und das Tierwohl." Allerdings sei der Verbraucher selbst nur wenig bereit, etwas dazu zu tun. "An der Ladentheke greift er meistens doch nach dem billigsten Produkt."

Und schließlich hob Neuner den stetigen Wandel hervor, der für die Landwirtschaft gleichzeitig Chance und Risiko ist. Als Denkanstoß gab er den Bauern mit auf den Weg, ein aktives Risikomanagement zu betreiben und nicht über neue Rahmenbedingungen zu jammern, sondern das Beste daraus zu machen. Dazu sollten sie sich an die Spitze von Entwicklungen stellen, agieren statt zu reagieren und der Gesellschaft die Gründe erklären, wie sie Landwirtschaft betreiben und warum das so ist. Keiner habe so viel Know-how über Vorgänge in der Natur. Und schließlich sollten die Bauern Netzwerke bilden. Es sei Gemeinschaftsaufgabe aller Bauern, die Öffentlichkeit über die Vorgänge in ihren Ställen und auf ihren Flächen zu informieren.

Von einem Mitgliederboom berichtete Vlf-Geschäftsführer Wolfgang Wenisch. Nach 42 Neuaufnahmen zähle man nun 1294 Mitglieder. An den über 20 Bildungsveranstaltungen im vergangenen Jahr hätten rund 3100 Personen teilgenommen. MdL Annette Karl (SPD) hob die Bedeutung der Bildung hervor, die zunehmend auch die Landwirtschaft betrifft. Gleichzeitig bedauerte sie den starken Stellenabbau an den Landwirtschaftsämtern, der sich vor allem im Bildungsbereich negativ auswirkt.

Als Vertreter des Landratsamtes und als Bürgermeister der Stadt Mitterteich ging Roland Grillmeier auf die große Bedeutung der Landwirtschaft für das Leben in den Dörfern ein. Dort präge die Landwirtschaft nach wie vor das Ortsbild entscheidend und sei unverzichtbar für die Dorfgemeinschaft und das Vereinsleben. BBV-Obmann Martin Härtl bedauerte die derzeit negative Darstellung der Landwirtschaft, vor allem durch Nicht-Regierungs-Organisationen, ohne dass diese an ernsthaften und konstruktiven Diskussionen interessiert sind.

Geschäftsführer Wolfgang Wenisch ehrte zusammen mit Helmut Grillmeier langjährige Mitglieder. 50 Jahre dabei sind Ilse Bernreiter, Maria Frank, Hubert Frank, Josef Gleißner, Hans Kaufmann, Josef Kett, Veronika Kick, Hans Koller, Herbert Kraus, Therese Kraus, Max Legat, Martin Müller, Alfred Schmid, Karl Schraml, Wilhelm Stahl, Theo Strunz, Therese Strunz, Ludwig Übelmesser, Josef Venzl, Englbert Weiß, Josef Wittmann und Therese Schmid.

60 Jahre die Treue halten Centa Enslein, Karl Kohl, Konrad Kraus, Josef Riedl, Josef Rustler, Karl Sammet, Ida Schneider, Michael Schwägerl, Kreszencia Wittmann und Richard Wolfrum. Neu aufgenommen im Verband wurden die frisch gebackenen Diplom-Ingenieure Xaver Frank, Thomas Wegmann und Hans Feiler, sowie die Meister Christian Bauer, Thomas Gradl, Christian Gradl, Klaus Grillmeier, Michael Lang, Stefanie Mark und Josef Weiß. Abschließend wurden die Vorstandschaft beauftragt, den Kreisverband in das Vereinsregister eintragen zu lassen. Die neue Satzung wurde von den Mitgliedern angenommen.
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