Nigerlbuche bei Neualbenreuth bereits saniert - Arbeiten an der Linde an der weißen Marter ...
Alte Bäume bleiben unter Naturschutz

Frische Schnittstellen an den Ästen zeugen von den jüngsten Sanierungsmaßnahmen. Die alte Buche darf nicht beseitigt werden, hatte der Naturschutzbeirat beschlossen. Der Baum bleibt ein Naturdenkmal. Bild: as

Falkenberg. Das Flatterband um den alten Baum ist noch nicht ganz entfernt, ein Schild warnt weiterhin vor Lebensgefahr durch herabfallende Äste. Doch die Nigerlbuche bei Neualbenreuth dürfte momentan keine Gefahr mehr darstellen. Sie ist nämlich bereits saniert, wie Landrat Lippert dem Kreisausschuss in der jüngsten Sitzung im Tagungszentrum der Burg Falkenberg mitgeteilt hat. Einige Äste wurden gekappt.

Keine Löschung aus Liste


Das Naturdenkmal hat eine lange Vorgeschichte. Gut und gerne 200 Jahre steht sie schon zwischen Altmugl und Ernestgrün am sogenannten Nigerl. Nachdem 2014 erneut ein großer Ast abgebrochen war, hatten der Markt Neualbenreuth und ein weiterer Eigentümer beantragt, den Baum aus der Denkmalliste zu löschen, um ihn fällen zu können.

Doch der Naturschutzbeirat des Landkreises kam nach einem Gutachten zu einem anderen Ergebnis. Zwar sei der Baum von Pilzen befallen, doch könnten Einkürzungen der Krone und weitere Sicherheitsmaßnahmen ihn noch mehrere Jahre erhalten. Eine Sanierung war für 2016 geplant. Der Gutachter ging von mindestens 3500 Euro Kosten aus. Die Hälfte muss der Kreis übernehmen, die andere Hälfte fließt über einen staatlichen Zuschuss zurück.

Weniger Kosten


Doch nun kam die Aktion wesentlich billiger, wie Wolfgang Lippert ausführte. Nachdem die Eigentümerin im April 2016 weitere Risse mitgeteilt hatte, schien Gefahr im Verzug: Um einen erneuten Astabbruch zu verhindern, ordnete der Landrat die sofortige Sanierung an - zum inzwischen vorliegenden Angebotspreis von 1400 Euro. "Der Landkreis muss also nur 700 Euro zahlen", teilte der Landrat mit. Ob denn die Gemeinde in dieser Sache noch einmal gehört worden sei, wollte CSU-Sprecher Toni Dutz wissen. Das verneinte Oberregierungsrätin Regina Kestel: "Da war Gefahr im Verzug, wir mussten schnell handeln."

Totholz an der Marter


Um einen zweiten alten Baum ging es im Kreisausschuss. Betroffen ist die Linde an der weißen Marter zwischen Pechtnersreuth und Münchenreuth. Auch dieses über 300 Jahre alte Naturdenkmal ist gefährdet, der Baum weist viel Totholz und Hohlstellen auf. Eine Sanierung würde zwischen 2500 und 3000 Euro kosten, die der Landkreis erst einmal vorstrecken müsste. Diese überplanmäßigen Ausgaben genehmigte das Gremium grundsätzlich, zumal sich sowohl der Eigentümer des Baumes als auch der Stadtrat von Waldsassen für eine Sanierung ausgesprochen haben. Es handle sich um einen prägenden Baum für das Stadtgebiet. Nun bleibt der Naturschutzstatus für die alte Linde bestehen, die Arbeiten werden ausgeschrieben.
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