Ökumenischer Gedenkgottesdienst des Hospizdienstes
Sinnbild der Seelenwandlung

Für jeden Verstorbenen war zur Erinnerung am Altar ein Blumenstock mit einem Schmetterlingsstecker aufgebaut. Bild: hfz

Ein Gänseblümchen, ein Datum, ein Name - mehr stand da nicht auf dem Schmetterlingsstecker. Und doch wusste jeder in der Kirche: Die Menschen sind nicht vergessen.

Tirschenreuth. Zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst hatte der Ambulante Hospizdienst des Kreis-Caritasverbandes in die Evangelische Erlöserkirche in Tirschenreuth eingeladen. Damit gedachte man der 51 schwerkranken und sterbenden Menschen, die im letzten Jahr auf ihrer letzten Lebensreise von den ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen begleitet worden waren.

51 Gänseblümchen standen aufgereiht vor dem Altar. In den Blumen waren bunte Schmetterlingsstecker angebracht, welche mit Namen und Sterbedatum versehen waren. Der Schmetterling in der Blume sollte als Sinnbild für die Wandlung der Seele stehen.

Eingeladen waren alle Angehörigen der Verstorbenen, ebenso die ehrenamtlichen Hospizbegleiter und alle Interessierte. Zudem nahmen der ehemalige Landrat Karl Haberkorn sowie der Vorsitzende des Caritasverbandes, Franz Stierstorfer, an der Andacht teil. Pfarrer Ralph Knoblauch ging in seiner Rede auf die Anfangszeiten der Hospizarbeit im Landkreis ein. Dabei hob er das Engagement des damaligen Landrates Karl Haberkorn hervor, der maßgeblich zur Gründung des Hospizdienstes beitrug. An die Anfangszeit erinnerte sich auch Regionaldekan Georg Flierl. Er hob besonders den Geist und die Gesinnung hervor, die er bei den jeweiligen Treffen verspüren konnte. "Im Blick auf die Auferstehung sollen wir im Tode nicht das Ende sehen, sondern voller Trost und Hoffnung sein und dankbar auf die gelebte Zeit zurückblicken können."

Würdevoll wurden von Marianne Dietl im Anschluss die Namen einschließlich des Sterbedatums der begleiteten Verstorbenen vorgelesen. Die anwesenden Angehörigen oder die jeweilige Begleiterin erhielten aus der Hand der Koordinatorin das passende Gänseblümchen überreicht. Beate Wiedemann entzündete gleichzeitig ein Teelicht an der Osterkerze für jeden Verstorbenen. Bei den anschließenden Fürbitten, bei denen sich auch Angehörige einbringen konnten, bat man auch um den Segen für die Teilnehmer des aktuell laufenden Ausbildungskurses für Hospizbegeiter.

Angelika Wegmann, die Koordinatorin des Hospizdienstes, dankte den Ehrenamtlichen für ihre wertvolle Hilfe und ihre Bereitschaft, schwerkranken und sterbenden Menschen beizustehen sowie ihnen Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. Sie seien immer da, wenn man sie brauche. Oft stellen sie ihre privaten Interessen in den Hintergrund für ihre Aufgabe, die sie mit sehr viel Liebe und Hingebung erfüllten.

Die sehr stimmungsvolle musikalische Umrahmung lag in den Händen der Gruppe "Sing-2-gether" aus Plößberg. Im Anschluss an die Andacht traf man sich noch im evangelischen Gemeindehaus zu einem gemütlichen Beisammensein und zum Gedankenaustausch.
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