Offen für die Welt
Realschüler im Stiftland gewinnen Sonderpreis "Europa hier bei mir"

Bastian Schmaus arbeitet in der Redaktion an seinem Artikel "Auf der Flucht". Alle Bilder: pbls
Vermischtes
Kreis Tirschenreuth
25.02.2016
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André Hofmann, Fabian Ernstberger und Bastian Schmaus (von links) lesen interessiert ihre Schülerzeitung "RISS". Bild: pbls

Krieg, Elend, Tod: Millionen Frauen, Männer und Kinder sind auf der Flucht. Ihr Schicksal rührt die Menschen. Auch die Realschüler im Stiftland. Und die Jury eines bundesweiten Wettbewerbs.

Waldsassen. "RISS" heißt die Schülerzeitung, die jetzt mit dem Sonderpreis "Europa hier bei mir" geehrt worden ist. Damit sollen Publikationen gewürdigt werden, die sich in besonderer Weise mit Europa im Alltag der Schüler beschäftigen. "Cool" findet das Bastian, einer der zwölf Redakteure. Direktorin Kerstin Janke freut sich riesig, dass die Zeitung ihrer kleinen Schule zu den 32 besten in ganz Deutschland zählt. "Das ist eine ganz ganz große Auszeichnung", Lehrerin Tanja Bösl. "Printmedien sind nach wie vor aktuell und richtige Recherche-Techniken wichtig."

Der Artikel "Auf der Flucht" erzählt von Flüchtlingen in Deutschland und zeichnet den Weg zweier Asylbewerber nach. Tanja Bösl, machte den Vorschlag das Thema am Beispiel von Abdi aus Äthiopien und Jaffa aus dem Sudan aufzugreifen. Hintergrund war der Besuch der beiden beim Aktionstag der Realschule "Toleranz ist in". Da erzählten sie ausführlich von ihrer Flucht und den Hintergründen ihrer Migration. "Daraus entstand das Thema, das dann ausgeweitet und umfassend recherchiert wurde."

Der Schüler Bastian Schmaus schrieb dann den Artikel mit dem Titel "Auf der Flucht". Tanja Bösl ist es wichtig, dass nicht über "aufgesetzte Sachen" berichtet wird. So entsteht auch die Schülerzeitung aus den Interessen der Schüler. Allgemein arbeiten die Jungredakteure sehr selbstständig. Jeder kümmert sich um seinen eigenen Artikel - und auch um die Technik. Kamera und Aufnahmegeräte werden bei Tanja Bösl ausgeliehen. "Die Schüler ziehen dann selbst los."

"Wir sind alle gleichberechtigt", erzählt Tanja Bösl. Chefredakteure oder Fotografen gäbe es nicht. Natürlich haben die Schüler ihre Vorlieben. André beispielsweise kümmert sich meist um die Werbung und Alexander um das Titelbild. Bastian Schmaus ist erst seit letztem Jahr dabei. Er meint: "Wir haben gar nicht gewusst, dass der Artikel eingereicht wird." Die Schule war vom Schülerzeitungswettbewerb angeschrieben worden und Corinna Karger-Hostalka vom Lehrerkollegium hatte "RISS" angemeldet. Offizielle Preisverleihung ist im Juni in Berlin "Ich bin schon aufgeregt und stolz auf uns alle", sagt Bastian.

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Weitere Informationen im Internet:

www.onetz.de/bildergalerie

Die Schülerzeitung "RISS""RISS" erscheint einmal jährlich im Mai oder Juni mit einem Umfang von rund 50 Seiten. Die Redaktion sammelt am Anfang des Schuljahres und bei jeder Redaktionssitzung Ideen. Die werden dann ausdiskutiert und zu Themen sortiert. Das vergangene Jahr stand unter dem Oberthema "Offen für die Welt." Die Zeitung finanziert sich selbst. Sogar die Werbekunden werden von den Schülern kontaktiert. Auch das Layout wird gemeinsam erarbeitet.

Mittlerweile gibt es eine vorgefertigte Maske zur einfacheren Gestaltung. Die Nachbearbeitung übernehmen die Lehrkräfte. Im letzten Schuljahr waren zwölf Redakteure an der Schülerzeitung beteiligt. Fünf von ihnen haben mittlerweile ihren Abschluss und gehören nicht mehr zur Redaktion.

Die Knabenrealschule Waldsassen hat schon mehrere Preise gewonnen. So beispielsweise 2015 die Europa-Urkunde. Damit wurde die enge Beziehung zur tschechischen Partnerschule in Cheb ausgezeichnet. Auch legen die Schüler der Talentklassen eine Abschlussprüfung im Fach Tschechisch ab. Konrektor Stephan Drexler war für die Auszeichnung zur Referenzschule für Medienbildung 2014 verantwortlich.

"Wir haben uns zwei Jahre davor qualifizieren müssen", erklärt er. Als Referenzschule braucht es einen Entwicklungsplan, der in regelmäßigen Abständen erneuert wird. Wichtig sei auch der Medieneinsatz in der Schule und die Medienkompetenz für Zuhause zu lehren. Gleichzeitig berät die Knabenrealschule andere interessierte Schulen in der Region.
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