Rücksichtnahme bei der Parkplatzsuche eingefordert
Falschparker behindern Behinderte

Wiesau. Das Parken auf Behindertenparkplätzen kann teuer werden, im schlimmsten Fall droht sogar der Abschleppdienst. Polizeihauptkommissar Bernhard Schraml referierte beim Frühjahrstreffen der Behindertenbeauftragen im Landkreis über Behindertenparkplätze und die rechtliche Situation beim Falschparken. Mit seiner Forderung nach Rücksichtnahme bei der Parkplatzsuche stieß der Polizeibeamte im Wiesauer Sportzentrum erwartungsgemäß auf "offene Türen". Ein Lied davon konnten auch die Anwesenden, vor allem aber die Betroffenen selber singen. "Zugeparkte Behindertenparkplätze sind leider keine Seltenheit."

Kontrolliert werde zwar, oft seien die Übeltäter aber bereits wieder weg. Für eine Anzeige sei ein Foto, ebenso eine genaue Dokumentation des Vorfalls wichtig, noch besser aber sei es Zeugen hinzuzuziehen. "Aktuell ist im Landkreis kein Fall bekannt, bei dem ein Abschleppdienst hinzu gerufen wurden", bilanzierte Schraml die Ordnungswidrigkeiten an den Stellflächen. Dass sie mit einem Ordnungsgeld in Höhe von 35 Euro rechnen müssten, schrecke die Falschparker leider nicht ab. Völlig anders sei die rechtliche Situation an privaten Parkplätzen, etwa Einkaufszentren. Rechtlich habe man dort gegen Falschparker keine Handhabe. Ein freundliches Wort sei sowieso sinnvoller als eine Anzeige, empfahl der Polizeibeamte.

Dem betreuten Wohnen in Gastfamilien und mobilen Behindertentoiletten widmeten sich Ursula Hösel und Alexandra Sauerer in ihren anschließenden Vorträgen. Das Leben in einer Gastfamilie solle behinderten Menschen eine ihren Bedürfnissen entsprechende, familienbezogene individuelle Betreuung gewährleisten und ihre Lebensqualität erhöhen. Bei vielen Außenveranstaltungen wie Volks- oder Bürgerfesten sind behinderte Menschen mehr oder minder ausgeschlossen, weil die entsprechenden Toiletten fehlen. Die bisher eingesetzten mobilen Anlagen entsprächen kaum den Bedürfnissen behinderter Menschen.
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