Seniorenbeauftragte des Landkreises hören von den Beschwerden im Alter
Genuss-Sünden dürfen schon mal sein

Bei einem Rundgang informierten sich die Seniorenbeauftragten der Gemeinden über die Einrichtungen im Haus "Steinwaldblick". Mit im Bild: Der Seniorenbeauftragte des Landkreises Ludwig Spreitzer (ganz links), Wolfgang Fenzl (Seniorenfachstelle am Landratsamt - 2.von links), Referent Dr. Wolfgang Fortelny (3. von links) und die Leiterin der Seniorenresidenz "Haus Steinwaldblick" Sybille Brunner (6.von rechts). Bild: wro

"Genießen Sie Kaffee und Kuchen, nehmen Sie an allem Teil, was Ihnen Freude macht. Man weiß nie, was der nächste Tag bringt." So einen Ratschlag beherzigt jeder gern. Noch dazu, wenn er von einem Arzt stammt.

Wiesau. Die Suche nach einem Pflegeheimplatz ist wie eine Wohnungssuche: Ohne einen "Vor-Ort-Termin" ist eine Entscheidung kaum möglich. Mit diesen Problemen werden oft auch die Seniorenbeauftragten des Landkreises konfrontiert. Damit sie darauf richtig antworten können, hatte Wolfgang Fenzl von der Seniorenfachstelle am Landratsamt einen Besuch beim "Haus Steinwaldblick" organisiert.

"Wir möchten die Häuser kennenlernen, uns von den Angeboten ein genaues Bild machen." Mit Wiesau stand eines der neueren Einrichtungen auf dem Programm der Seniorenbeauftragten, für den Herbst ist eine Besichtigung in Neusorg geplant.

Gespräche mit der Hausleitung und dem Pflegepersonal standen genauso auf dem aktuellen Tagungsprogramm der Seniorenbeauftragten, wie ein anschließender Rundgang durch die Räumlichkeiten. Beeindruckt zeigten sich Teilnehmer von der modernen, barrierefreien Ausstattung. Persönliche Gegenstände sind willkommen, machen die neue Umgebung heimelig. "Das Haus verfügt auch über einen beschützenden Wohnbereich für Demenzkranke", informierte Fenzl.

Bei Kaffee und Kuchen referierte der Waldsassener Fachmediziner Dr. Wolfgang Fortelny über die häufigsten Beschwerden im Alter. Der passionierte Nichtraucher zeigte Verständnis für die Genusssünden im Alltag, mahnte aber zu einem sorgfältigen Umgang mit sich und der Gesundheit. Viele Krankheiten litten an dem Makel der Unheilbarkeit. Er könne das so nicht bestätigen, betonte der Waldsassener und warnte: "Tumore sind durchaus heilbar, eine Schädigung am Herzen bleibt."

Fortelny empfahl vor allem auch einen sorgfältigen Umgang mit der Lebensmaschine Herz, gesunde Spenderorgane könnten lebensrettend für andere sein. Viele Krankheiten, dazu zählte er auch die Schwerhörigkeit oder das Nachlassen der Sehkraft, gehörten einfach zum Alltag. "Man muss lernen damit umzugehen." Vieles könne man behandeln, dennoch belasten sie nach den Ausführungen den Patienten und dessen Angehörige.

Immer häufiger müsse man sich auch mit den Krankheiten des Vergessens befassen, bedauerte der Internist: "Zur Lebensqualität gehört aber auch die geistige Fitness." Ein beeindruckendes Bild von der Krankheit des Vergessens zeichnet der Film "Honig im Kopf" mit Dieter Hallervorden. Ludwig Spreitzer fand mit ein begeistertes Echo, als er vorschlug, dieser Streifen zum ermäßigten Eintrittspreis im Tirschenreuther Cineplanet zu zeigen. Einige Details müssten zwar noch geklärt werden, der Waldsassener bat aber schon mal seine Kollegen in den Gemeinden, kräftig für den Filmnachmittag in Tirschenreuth zu werben.

Für die Fahrt am 8. April nach München mit Besuch der Fachmesse "Die 66" können sich Interessierte bei der Seniorenfachstelle am Landratsamt Tirschenreuth (Telefon 09631/ 88-0) noch anmelden.
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