Thema im Kopf verankern
Über 11.000 Menschen mit Behinderung leben im Landkreis

Bürgermeister Roland Grillmeier, Kreis-Behindertenbeauftragter Reinhard Schön, Wolfgang Jäger (Leiter des Sozialamtes am Landratsamt) und die örtliche Behindertenbeauftragte Maria Brand (von links) beim Treffen in Mitterteich. Bild: jr
Vermischtes
Kreis Tirschenreuth
08.02.2016
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Behinderte müssen oft viele Hindernisse überwinden. Nicht nur öffentliche Plätze sollten deshalb barrierefrei sein, auch in den Köpfen der Menschen muss da noch viel geschehen.

Mitterteich. Neueste Zahlen stellte der Behinderten-Beauftragte des Landkreises, Reinhard Schön, beim kommunalen Treffen im Mehrgenerationenhaus vor. Demnach gibt es im Landkreis 11 006 Menschen mit Behinderung, 5898 Männer und 5108 Frauen, mit einem Behinderungsgrad von 30 bis 100 Prozent. 8500 von ihnen sind Inhaber eines Schwerbehindertenausweises.

Bürgermeister Roland Grillmeier stellte den Gästen kurz das Mehrgenerationenhaus vor, das unter der Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO) firmiert. "Wir befinden uns derzeit in einer spannenden Zeit, auch weil sich derzeit vieles bewegt", verwies Grillmeier auf den barrierefreien Ausbau des Unteren Marktplatzes in Mitterteich.

Freilich lasse sich Barrierefreiheit nicht von heute auf morgen erreichen. "Wichtig ist, dass sich dieses Thema mehr und mehr in den Köpfen der Menschen verankert." Kurz ging Grillmeier auf das Netzwerk Inklusion ein. Der Bürgermeister zeigte sich überzeugt, dass von einer Barrierefreiheit alle Menschen profitieren werden. "Mithelfen können dabei die Behindertenbeauftragten. Sie sind wichtig für die Kommunen."

Schön dankte der Stadt für ihr Bemühen, dies alles umzusetzen. Energisch mahnte er die Schaffung eines Behindertenparkplatzes beim Mehrgenerationenhaus an. Schön wusste, dass in Mitterteich 1200 Menschen mit Behinderung leben, bei knapp 6700 Einwohnern.

Diplom-Sozialpädagoge Manfred Häfner vom Landratsamt beschäftigte sich mit der gesetzlichen Betreuung. "Wenn jemand vorübergehend oder dauerhaft an der Regelung seiner Angelegenheit gehindert ist, bedarf es einer rechtlichen Vertretung." Die lasse sich einrichten, indem der Betroffene bereits zuvor einer Person seines Vertrauens eine Vorsorgevollmacht erteile. Sollte dies nicht der Fall sein, werde ein gesetzliche Vertreters durch das Amtsgericht bestellt. Häfner machte deutlich, dass auch ein eingesetzter Betreuer nicht umfassend zuständig ist. Er dürfe vielmehr nur in den vom Gericht festgelegten Bereichen handeln. So eine Betreuung müsse auch nicht auf Dauer bestehen.

Vielmehr würden Betreuungen regelmäßig hinsichtlich ihrer grundsätzlichen Notwendigkeit und der einzelnen Aufgabenkreisen überprüft. Anträge auf Aufhebung der Betreuung, Änderung der Aufgabenkreise oder Wechsel des Betreuers könnten jederzeit von jedem, insbesondere auch von dem Betreuten selbst, beim Gericht gestellt werden.

Nähere Auskünfte zu Ausgestaltung und Führung einer Betreuung könnten jederzeit beim Amtsgericht Tirschenreuth oder der Betreuungsstelle des Landratsamtes, Telefonnummer 09631/88-481 oder 88-463, eingeholt werden.
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