Tierwohl gleich Bauernwohl
Laufstalltag des Amtes für Erfnähung, Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth

Über moderne Stallbauten und Melksysteme informierten sich die Landwirte beim Laufstalltag. Dabei wurden auch die Neubauten der Familien Alfons und Michael Konrad in Leugas besichtigt. Bild: hfz
Vermischtes
Kreis Tirschenreuth
19.01.2016
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Wer sich wohl fühlt, der bringt auch Leistung. Das gilt nicht nur für den Menschen. Auch Kühe lieben etwas Komfort. Und lohnen es mit mehr Milch.

Tirschenreuth. Beim traditionellen Laufstall-Tag des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten konnte Behördenleiter Wolfgang Wenisch wieder eine große Anzahl von interessierten Landwirten in der Petersklause in Großbüchlberg begrüßen. Der Leitende Landwirtschaftsdirektor sprach auch gleich die Situation in der Milchviehhaltung an, wo der Gewinn in den letzten fünf Jahren um gut 30 Prozent zurückgegangen sei. Vor allem Betriebe mit hohen Tilgungsleistungen seien gefährdet.

Manfred Zintl, der die Veranstaltung wieder organisiert hatte, beschäftigte sich mit der einzelbetrieblichen Investitionsförderung. Dabei gelte das Augenmerk Maßnahmen zur Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen unter besonderer Berücksichtigung des Verbraucher-, Tier-, Umwelt und des Klimaschutzes. Fahrsiloanlagen und Güllegruben seien weiterhin von der Förderung ausgeschlossen.

Bei der Premiumförderung für Milchkühe sei der Bau eines Auslaufes mit 1,5 Quadratmeter pro Milchkuh zwingend vorgeschrieben. Damit soll das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere an der frischen Luft gefördert werden. Der Referent betonte, dass es seit 2015 kein kontinuierliches Antrags- und Bewilligungsverfahren mehr gibt, sondern eines jährliches Budget.

Architekt und Bauberater Wolfgang Willutzki vom Fachzentrum Rinderhaltung Münchberg sprach über "Beauftragung, Vergabe und Abwicklung eines Bauvorhabens" und riet, einen Fachmann zur Abnahme hinzuzuziehen. Vorbehalte, Mängel und Fristen seien unbedingt niederzuschreiben.

Martin Kühberger von der Landesanstalt für Landwirtschaft beschäftigte sich mit "Auswahl, Planung und Investitionsbedarf von Melksystemen". Dabei sei besonders auf den Melkkomfort für Mensch und Tier zu achten. Die ausreichende Beleuchtung, das Klima, die Bodengestaltung, das Vermeiden von Lärm und Vibration und das Nutzen von Energieeinsparpotenzialen hob der Sprecher besonders hervor.

Der Boden müsse rutschsicher und leicht zu reinigen sein. Kühberger kam auf die Charakteristik der verschiedenen Melksysteme zu sprechen und riet, auch die vor- und nachgelagerten Funktionsbereiche zu berücksichtigen. Der Einsatz von angepasster Zusatztechnik erleichtere die Arbeit, spare Zeit und hebe die Qualität.

Am Nachmittag wurde der neugebaute Milchviehlaufstall der Familien Alfons und Michael Konrad aus Leugas bei Wiesau besichtigt. Die Familie Konrad hat sich für ein automatisches Melksystem mit zwei Einzelboxen entschieden. Damit wird trotz größerer Bestände die Arbeitswirtschaft reduzieren.

Die Haltung der Milchkühe in dem großzügigen Stall mit Schieberentmistung, Tiefbuchten, Abkalbe- und Krankenbucht mit Stroheinstreu trage zum Wohlbefinden und zur Gesundheit der Tiere bei. Auch die am Stallbau beteiligten Firmen waren anwesend und informierten die annähernd 100 Teilnehmer.
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