Wider den "Baby-Blues"
Schwangerschaft verändert nicht nur den Körper, sondern auch die Gefühle

Das Forum "Frühe Hilfen" traf sich im Landratsamt zum Gedankenaustausch. Dabei gab es auch ein Referat, wie sich in der Schwangerschaft Körper und Gefühle werdender Mütter verändern. Bild: hfz
Vermischtes
Kreis Tirschenreuth
03.02.2016
120
0

Jede Frau erlebt die Schwangerschaft anders. Meist als schön, oft als stressig. Allzu oft sind werdende Mütter auch einem Wechselbad der Gefühle ausgesetzt. Doch da gibt es Hilfe.

Tirschenreuth. "Koordinierungsstelle frühe Kindheit", kurz "KoKi", nennt sich die Abteilung am Landratsamt, die zusammen mit Fachkräften aus dem Bereich der Jugend- und Gesundheitshilfe das Forum "Frühe Hilfen" bildet. Die Teilnehmer kommen aus den Beratungsstellen des Landkreises, etwa den Schwangerschaftsberatungen von Gesundheitsamt und Donum Vitae, der Ehe-, Familien und Lebensberatung, der Frühförderung und der Erziehungsberatungsstelle. Eingebunden sind auch der Kinderschutzbund und das Familienzentrum Mittendrin in Kemnath, der Bunte Kreis des Klinikums Weiden sowie die Familien-Hebamme und Kinderkrankenschwestern.

Vor allem aber die Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen bilden ein wichtiges Element des Forums, so zum Beispiel Hebammen, Vertreter der Geburtshilfe des Krankenhauses Tirschenreuth sowie Kinderärzte, Frauenärzte und Hausärzte. Häufig ist der Hausarzt nach wie vor die erste Anlaufstelle, an den sich eine Mutter wendet, wenn sie selbst erschöpft ist oder sie sich Sorgen um die Entwicklung ihres Kindes macht.

Marianne Fütterer und Pia Kürschner von der KoKi-Stelle konnten als Referentin Astrid Bethge, Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin begrüßen. Sie informierte die Teilnehmer über mögliche psychische Beschwerden in der Schwangerschaft und nach der Geburt. Besonderes Augenmerk legte die Referentin darauf, welche Art von psychischen Störungen in dieser Zeit auftreten können, wie man sie erkennt und helfen kann.

So gibt es in der Schwangerschaft nicht nur körperliche Veränderungen, auch die Gefühle verändern sich, was wiederum Auswirkungen auf das soziale Leben, auf Partnerschaft und Familie hat. Die Hälfte aller Schwangeren erleben eine Zunahme von Stress oder einzelnen Symptomen, bis zu 80 Prozent nach der Geburt den sogenannten Baby-Blues.

Dieser kann sich von einer leichten Verstimmung mit Weinen und Traurigkeit bis hin zu einer postpartalen Depression zeigen. Oft geht damit die Überzeugung einher, eine schlechte Mutter zu sein und es entwickeln sich massive Schuldgefühle oder eine Bindungsstörung zum Kind. Auch auf die Entwicklung des Kindes kann sich dies selbst in dieser frühen Phase sehr negativ auswirken.

Als Möglichkeiten der Unterstützung nannte die Referentin neben einer emotionalen Entlastung der Mutter durch die Familie oder das sozialen Umfeld unter Umständen auch eine zeitlich befristete medikamentöse Unterstützung durch den Arzt oder auch Kontaktaufnahme zu einer Beratungsstelle oder einen Psychologen. Sehr hilfreich kann jedoch auch eine konkrete Entlastung der Mutter sein, wie sie auf Wunsch durch die KoKi vermittelt werden kann. Entscheidend ist grundsätzlich die Bereitschaft, Hilfe anzunehmen und das Problem nicht vor sich herzuschieben.

Wer Kontakt zur Koordinerungsstelle Frühe Hilfen sucht, kann sich an die beiden Sozialpädagoginnen Marianne Fütterer, . 09631/ 88-279 oder montags in Kemnath 09642/707-45, marianne.fuetterer@tirschenreuth.de, Pia Kürschner, 09631/ 88-365, oder per E-Mail an pia.kuerschner@tirschenreuth.de wenden.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.