Zu kurz gesprungen
Wiesauer Berufsschule nach Erweiterung schon wieder zu klein?

Bürgermeister Toni Dutz, zugleich auch Vorsitzender des Berufsschulbeirats, befürchtet nicht nur eine zeitliche Verzögerung beim Erweiterungsbau, sondern auch schon wieder eine räumliche Enge. Bild: wro
Vermischtes
Kreis Tirschenreuth
19.02.2016
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Rund acht Millionen Euro kosten Sanierung und Erweiterung der Wiesauer Berufsschule. Dafür gibt es sieben neue Klassenzimmer. Eigentlich müsste da eitel Sonnenschein sein bei Bürgermeister Toni Dutz und Rektor Dr. Wolfgang Eckstein. Ist es aber nicht.

Wiesau. Es herrscht reges Leben im Wiesauer Containerdorf. Die Blechstadt ist inzwischen zu einem unfreiwilligen Markenzeichen der Berufsschule geworden. Die Großbaustelle gegenüber ist im vollen Gange. So richtig glücklich scheint Schulleiter Dr. Wolfgang Eckstein trotzdem nicht zu sein. Dass sich das Platzproblem in Kürze lösen wird, daran zweifeln sowohl er als auch Toni Dutz als Vorsitzender des Berufsschulbeirats.

"Zu kurz gesprungen!" antwortet Dutz mit einem geflügelten Wort auf die Frage nach der derzeitigen Situation an der Großbaustelle. "Eigentlich haben wir ja zwölf Klassen gefordert, aber sieben wurden nur genehmigt. Dutz macht aus seinem Herzen längst schon keine Mördergrube mehr. "Die Berufsschule wird nach der Erweiterung schon wieder deutlich zu klein sein."

Da hat der Bürgermeister große Mühe für Entscheidungen "von oben" Verständnis aufzubringen. "Man hat den demografischen Wandel als Maßstab für die Planungen genommen. Der ist an unserer Schule überhaupt nicht anwendbar." Die Schule arbeite überregional. "Wie kann man sich dann auf Zahlen aus der Region stützen?" Alles hatte eigentlich sehr gut angefangen, man war zuversichtlich den Zeitplan einhalten zu können, freute sich auf die Einweihung zum Schulanfang 2016. Jetzt macht sich Ernüchterung breit: Tatsächlich hängt die Baustelle zeitlich hinterher. Der Schulleiter zeigt auf die verhüllten Stellen der noch grauen Baustellenwände: "Dort müssten längst schon die Fenster eingebaut sein. Sie wurden bis heute nicht geliefert, der Innenausbau verzögert sich. Ob wir den gewünschten Einzugstermin Anfang des neuen Schuljahres halten können bezweifle ich doch sehr."

Dafür freut sich der Schulleiter, dass man mit Lobeshymnen auf die Wiesauer Einrichtung äußerst großzügig umgeht. Die Fachschule für Hotel- und Tourismusmanagement habe einen ausgezeichneten Ruf, sei eines der vielen Aushängeschilder des Schulzentrum. Inhalte, die in Wiesau vermittelt werden, könnten sogar auf das Hochschulstudium angerechnet werden.

Höchstes Niveau


Der vielfältige, industrielle Weltmarkt fordere dringend moderne, zukunftsorientierte Schulen in Bayern. Diese Kriterien zu erfüllen sei Wiesau in der Lage. "Manche Firma, vor allem im IT-Bereich, würde es ohne die Wiesauer Schule gar nicht erst geben." Trotzdem zeigt sich Bürgermeister Dutz etwas angesäuert. "Wir leiden darunter, dass man dieses Juwel, das gut in die bayerische Schullandschaft integriert ist, kaum zur Kenntnis nimmt." Man arbeite auf dem Niveau 4.0, betont Eckstein. "Man darf Wiesau getrost als Hochschulstandort bezeichnen."
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