Besuch bei den Liebensteiner Kartonagen
Der Service macht’s

Rund 40 000 Quadratmeter groß ist die Produktionsfläche der Liebensteiner Kartonagen. Von dem Betrieb beeindruckt zeigten sich die Mitglieder des Arbeitskreises Schule und Wirtschaft. Bild: axs
Wirtschaft
Kreis Tirschenreuth
19.06.2016
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Feingliedrige Roboterarme schwenken ihre Greifer, auf langen Förderbändern ziehen meterhohe Stapel Wellpappe dahin, überall brummen Maschinen - die Fertigungshalle des Liebensteiner Kartonagenwerkes bietet einen beeindruckenden Anblick. Das ist aber nicht der einzige Aspekt für den Arbeitskreis Schule und Wirtschaft.

Tirschenreuth. Wenn sich Vertreter der verschiedenen Schularten, von Fördereinrichtungen bis hin zum Gymnasium, mit Wirtschaftsrepräsentanten treffen, dann entsteht ein wertvolles Netzwerk mit zahlreichen Kontakten. Diese Idee steht hinter den Aktionen des Arbeitskreises Schule und Wirtschaft. Diesmal war die Gruppe mit Schulrat Rudi Kunz zu Gast in Liebenstein. Dort haben Bernhard Schön und seine Familie über Jahrzehnte eines der größten Wellpappeverarbeitungswerke in ganz Europa aufgebaut.

1968 wurde das Unternehmen geboren, damals mit zwei Mitarbeitern und einer kleinen Halle. Seitdem ist viel passiert am Ortsrand der kleinen Gemeinde. Einen Überblick über die wirtschaftlichen Entwicklungen bis in die Gegenwart hinein gab Geschäftsführer Bernhard Schön. Nach und nach entstanden weitere Produktionshallen, es wurden drei moderne Hochregallager gebaut und eine vollautomatische Sortieranlage installiert. Besonders günstig für die Liebensteiner war auch die Ansiedlung von Prowell am Ort. Dieses Unternehmen fungiert als Hauptlieferant für den Rohstoff, die Wellpappe. Darum dreht sich alles in der circa 40 000 Quadratmeter großen Halle. Mit 285 Beschäftigten ist das Unternehmen auch einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region. Besonders der Service ist den Geschäftsführern wichtig. "Der muss immer funktionieren, perfekt sein", erklärt Bernhard Schön. Nachdem die Anwesenden das Unternehmen kennengelernt hatten, referierte Schichtleiterin Eva Dietrich noch über die Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Denn Nachwuchskräfte sucht der Betrieb in allen Bereichen.

Manfred Wichmann von der Europa-Berufsschule Weiden sprach in seinem Vortrag über die Herausforderungen, die bei der Beschulung von Flüchtlingen auftreten. "Ich habe da Jugendliche, die noch nie in der Schule waren", erklärt der Pädagoge. Kulturelle Differenzen erschweren die Aufgabe der Lehrer, die die Jugendlichen aus den verschiedensten Nationalitäten innerhalb von zwei Jahren ausbildungsbereit machen sollen. "Man muss klare Ansagen machen, eine klare Linie fahren", beschrieb Wichmann seinen Umgang mit Problemschülern. Er konnte auch positive Beispiele nennen, viele seiner Schüler seien sogar dankbar, in den Unterricht gehen zu dürfen.
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