Sibyllenbad dauerhaft auf Unterstützung angewiesen
Nutzen für die gesamte Region

Wirtschaft
Kreis Tirschenreuth
02.04.2016
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Neualbenreuth. Wesentliche Größe bei den Haushaltsberatungen des Zweckverbandes Sibyllenbad ist die Umlage für den Vermögens- und Erfolgsplan, den die Mitglieder Bezirk Oberpfalz (70 Prozent), Landkreis Tirschenreuth (15 Prozent), die Städte Mitterteich, Tirschenreuth und Waldsassen (je 4 Prozent) sowie der Markt Neualbenreuth mit 3 Prozent zu tragen haben. Sie beträgt dieses Jahr 2,25 Millionen Euro (wir berichteten). In den Vorjahren habe dieser Wert noch bei über 3,0 Millionen Euro gelegen, erinnerte Bezirkstagspräsident Franz Löffler jüngst in der Verbandsversammlung.

Werkleiter Gerhard Geiger erinnert in einer Pressemitteilung an den Kerngedanken, welcher der Gründung des Zweckverbandes 1980 zugrunde lag. "Die Kommunalpolitik wollte nicht ausschließlich auf wirtschaftliche Strukturveränderungen in der damaligen Grenzregion zwischen West und Ost reagieren, sondern proaktiv Strukturwandel initiieren und begleiten. Zunächst mit dem Pilotprojekt Maiersreuth, seit 1996 mit dem Kurmittelhaus Sibyllenbad wurde der Versuch unternommen, dem Wegfall von Arbeitsplätzen in der Porzellan, Glas- und Knopf-Industrie mit einem neuen Gesundheits- und Tourismusangebot im Stiftland zu begegnen", so der Diplom-Kaufmann auch mit Verweis auf die Verbandssatzung.

Bei einem Kurmittelhaus, das nicht über Thermalwasser verfügt, sondern mit "kaltem Heilwasser" betrieben wird, sei es allen beteiligten Trägern bewusst gewesen, "dass diese gewollte, richtige und wichtige Infrastrukturmaßnahme dauerhaft auf kommunale Unterstützungsgelder angewiesen ist", erläutert der Werkleiter. Dass diese Steuergelder gut und sinnvoll ausgegeben werden, zeigt alljährlich der Blick in das Haushaltsgeheft, welches den Kommunalpolitikern als Entscheidungsgrundlage dient. In einer volkswirtschaftlichen Gesamtbetrachtung weist der Zweckverband dort aus, wie sich allein die Steigerung der Übernachtungszahlen in der Tillenberg-Gemeinde Sibyllenbad positiv auswirkt.

Einfache Rechnung


"Die Rechnung ist recht einfach und logisch", erläutert Geiger: Der Netto-Umsatz des Kurmittelhaus - rund 5,0 Millionen Euro) - wird veranschlagt mit der Steigerung der Übernachtungszahlen von 1988 (10 000) zum Haushaltsjahr 2015 (83 224) mit aus heutiger Sicht konservativen 50 Euro/Übernachtung als Betrag, den ein Gast in der Region ausgibt. Davon wird der kommunalen Zuschussbedarf (2,25 Millionen Euro) wieder abgezogen.

Für 2016 zeigt diese Rechnung einen positiven Betrag für das Stiftland, ohne weitere Sekundäreffekte, von 6,4 Millionen Euro. "Neben 80 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen im Kurmittelhaus und etwa weiteren 200 in der Region würde dieses Geld im Stiftland fehlen, gäbe es nicht das Sibyllenbad als Gesundheits- und Wohlfühlzentrum in der Tillenberg-Gemeinde", heißt es in der Pressemitteilung von Werkleiter Gerhard Geiger.

In Phasen erforderlicher Investitionen, so 2004 bis 2006 bei der Wellnesserweiterung oder bei der Modernisierung des Bades 2012 bis 2014 und weiteren Maßnahmen wie neuen Parkplätzen und Sanierung des Kurparks, ist die Umlagezahlung erhöht worden und belastete die kommunalen Haushalte der Träger.
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