„Harmonic Brass“ in Krummennaab
Auch Michael Jackson kann auf Blech gut klingen

Die Blechblasinstrumente sind ihre Stärke. Aber für die Reise durch Afrika dürfen auch bei Harmonic Brass die Trommeln nicht fehlen. Bild: zaf
Kultur
Krummennaab
19.07.2016
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Von Franziska Zahn

Krummennaab. Gedimmtes Licht in bunten, warmen Farben, aufgeregte Stimmung. Der Altartisch in der Kirche ist nach hinten gerückt, an seiner Stelle stehen ein Mischpult und verschiedene Blechblasinstrumente - teilweise sogar in mehrfacher Ausführung. Das lässt etwas Besonderes vermuten - eine Premiere. Von draußen hört man eine Trompete, dann eine zweite, Posaune, Horn und Tuba. Feierlich zieht das Quintett in die katholische Kirche in Krummennaab ein. Ein Ensemble von diesem Niveau ist selten und erstmalig in der kleinen Gemeinde.

"Auf eine musikalische Reise durch Zeit und Musikgeschichte" nimmt das weltbekannte Blechbläserquintett "Harmonic Brass" aus München die Konzertbesucher. Harmonisch perfekt und ausgeglichen beginnt der Abend im barocken Stil mit einem Concerto in C von Antonio Vivaldi, einem Allegro aus dem Brandenburgischen Konzert Nr. 2 und dem Choral "Bist du bei mir" von Johann Sebastian Bach. Die von Trompeter Hans Zellner arrangierten Stücke spielen die Musiker alle auswendig. Andreas Binder überzeugt nicht nur am Horn, sondern auch als exzellenter Moderator, der auf humorvolle Art und Weise sowohl die Stücke ankündigt, als auch seine Kollegen vorstellt. So ist die junge Trompeterin Elisabeth Fessler laut Binder in erster Linie ins Quintett aufgenommen worden, "weil ihr Vater Schnapsbrenner ist."

Kurze Tanzeinlagen


In die Rolle von Eliza Doolittle und Professor Henry Higgins schlüpfen Fessler und Binder bei einer kurzen Darbietung des Musicals "My fair Lady". Inspiriert von ihrer England-Tournee fesseln die Musiker ihr Publikum neben der Musik aus dem Musical auch mit Schauspiel und kurzen Tanzeinlagen. Weg vom Musical, hinein in die Moderne. Auch Michael Jackson kann auf Blech gut klingen. Mit "Black or White" setzen "Harmonic Brass" ein Highlight im ersten Teil des Konzerts.

Den zweiten Teil leitet der Triumphmarsch aus "Aida" von Giuseppe Verdi ein. Dass sich die Musiker für Posaunenchöre in Afrika engagieren, lassen sie mit einer Hommage an das Land erklingen. Bekannte Melodien, beispielsweise "Can you feel the love tonight" aus "König der Löwen" erinnern an eine Reise durch Afrika. "Blechbläser lassen sich gut mit Fußballern vergleichen", erklärt Binder. Da gebe es zum Einen die Stürmer, "die alles über den Weg blasen", das Mittelfeld und den Torhüter, "der alle auf Erfolgskurs hält" - in diesem Fall Tubist Manfred Häberlein, der Gründungsmitglied bei "Harmonic Brass" ist. Zurück in die Kindheit und zu alten Fernsehserien - da werden Erinnerungen wach. In einem Medley präsentieren die Bläser bekannte Titelmelodien aus der Sesamstraße, Tom und Jerry, Wicki, Biene Maja oder Familie Feuerstein.

Begeistertes Publikum


Mit einer Virtuosität und trotzdem Leichtigkeit zeigt Manfred Häberlein an der Tuba in der Zugabe noch einmal alles was er kann. In mehreren Variationen setzt er immer noch einen drauf. Das Publikum ist begeistert, es gibt Standing Ovations. Ein Konzert der Superlative, das den Besuchern sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.
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