Energiewende vor der Haustüre

Projektleiter Wolfgang Trippel, Pater Jojimon Lukose (verdeckt), Werner Fischer (Phlegon Solar), Reinhard Gayer (Zeno GmbH), Mario Fürst (DeBe), Bürgermeister Uli Roth, stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler, Johann Riedl (Zeno GmbH,) Dr. Bertold von Lindenfels und Pfarrer Martin Schlenk (von links) gaben das Startsignal. Bild: den
Lokales
Krummennaab
13.07.2015
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Strahlender Sonnenschein und ein leichtes Lüftchen: Bei der Einweihung des Sonnenparks herrschte für die "Arbeit" der rund 12 000 Module bestes Wetter.

Reinhard Gayer von der Zeno Gmbh betonte die Wertschöpfung vor Ort und erklärte, dass die Bevölkerung saubere Energie zu vernünftigen Preisen verdiene. Allerdings erschwerten "Turbulenzen" im politischen Bereich gerade bei regenerativen Energien die Verwirklichung.

Tiere kehren zurück

Die rechtlichen Rahmenbedingungen hätten sich sehr schnell wieder geändert, bestätigte Projektleiter Wolfgang Trippel. Deshalb dauere es auch zwei bis fünf Jahre, bis ein solches Projekt fertig ist. Es sei ein steiniger Weg gewesen, dafür stehe der Solarpark für mindestens 40 Jahre. "Eigentlich ist es ja ein riesiges Biotop", meinte Trippel. Durch den Bau gestört, seien Tiere zwar geflüchtet, sie werden sich jedoch wieder sehr schnell ansiedeln, ist er überzeugt. Auch seltene Pflanzen werden das Terrain zurückerobern, was bereits zum Großteil geschehen sei.

Energie sei für die Gemeinde quasi Hausaufgabenthema Nummer eins, betonte Bürgermeister Uli Roth. Er erinnerte an das "Weihnachtsgeschenk" in der Gemeinderatssitzung im Dezember 2011: den Antrag für diesen Sonnenpark. Die Gemeinde habe das Projekt sehr hartnäckig verfolgt. Der alte Steinbruch diene als Konversionsfläche, Stromleitungen seien in den Platz bereits hineingelaufen, nun transportierten diese Strom nach draußen zu den Haushalten. Mit insgesamt drei Biogasanlagen und vier Wasserkraftwerken sei Krummennaab bereits Klimaschutzkommune. Stolze 285 Prozent regenerative Energie stammten aus der Gemeinde. Dafür gab es Applaus.

Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler bescheinigte der Kommune, nach der von der Bundesregierung beschlossenen Energiereform sehr schnell gehandelt zu haben. Persönlich stehe er der Windenergie sehr skeptisch gegenüber. Anders sei es bei der Solarenergie: "Sie ist besser zu verstecken."

Mut und Euphorie

Mario Fürst von der DeBe bekräftigte: "Wenn Energiewende, dann regional". Mit dem Sonnenpark finde diese direkt vor der eigenen Haustür statt. Es brauche viel Mut für ein solches Unterfangen, deshalb dankte Fürst allen Beteiligten.

Trippel bestätigte ihm, dass viel Euphorie notwendig sei. Am Anfang war es nur eine Idee, jetzt ein netzfähiger Betrieb. Interessierte Bürger könnten immer noch einsteigen. "Wer sich beteiligt, erleidet keine Verluste", betonte Trippel.

Den kirchlichen Segen erteilten Pfarrer Martin Schlenk und Pater Jojimon Lukase. Gemeinsam drückten alle Beteiligten den roten Knopf, um die Anlage in Betrieb zu nehmen. Dazu ertönte als Startschuss ein lautes Hornsignal.

Anschließend überreichte Bürgermeister Roth Sonnenblumen an die Gäste und bat sie, sich ins Goldene Buch der Gemeinde einzutragen. Extra für diesen Anlass hatte er eine Urkunde erstellen lassen.
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