"Uns ist viel genommen worden"

Pater James betete am offenen Grab von Ingrid Siegl. Pfarrgemeinderatssprecherin Elfi Schwarzmeier verabschiedete sich mit sehr persönlichen Worten von einer engagierten Frau, die sich politisch, kirchlich und gesellschaftlich stark einbrachte. Eine große Trauergemeinde gab das letzte Geleit. Bild: ang
Lokales
Krummennaab
12.03.2015
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"Im Herzen der Mitmenschen zu bleiben, ist das schönste Denkmal, das ein Mensch sich wünschen kann." Pfarrgemeinderatssprecherin Elfi Schwarzmeier sprach die Worte am Grab von Ingrid Siegl.

Die Verstorbene arbeitete engagiert über fünf Perioden führend im Pfarrgemeinderat, übernahm Lektorendienste, bilanzierte das Kirchengeschehen in Wort und Bild und brachte sich bei den Vorbereitungen des Bischofsjubiläums im Jahre 2000 besonders stark ein. Am 5. März verstarb sie im Alter von 78 Jahren. Ihre Leidenschaft galt der Dokumentation des Gemeinschafts- und Vereinslebens in ihrer Heimatgemeinde. Als Berichterstatterin für den Neuen Tag hielt sie viele Jahre die Zeitungsleser auf dem Laufenden. Das Kürzel (si) war ein echtes Markenzeichen. Dies stellten die Redner bei der Beisetzung auf dem Waldfriedhof besonders heraus.

Für den CSU-Ortsverband blätterte zweiter Bürgermeister Reinhard Naber im Lebensbuch der Ingrid Siegl und hob deren politisches und gesellschaftliches Engagement hervor. "Bis zu ihrer Erkrankung war sie unsere Schriftführerin, auch wenn wir heute das Buch zuschlagen, Ingrid wird die Brücke zu unseren Verstorbenen bleiben", bekräftigte Naber. Abschied von der Tierliebhaberin nahmen auch der Vorsitzende des Kleintierzuchtvereins und ebenso die Krummennaaber Feuerwehr. Ingrid Siegl trat 1989 als erste Frau dem Feuerwehrverein bei, wie Jakob Gallersdörfer betonte.

Geboren wurde Ingrid Siegl am 5. Juni 1936 in Mailand, wo ihr Vater Filialleiter einer deutschen Stahlwarenfabrik war. Während des Zweiten Weltkriegs kehrte die Familie 1938 nach Solingen zurück. Nach der mittleren Reife absolvierte die Verstorbene eine Lehre als Industriekauffrau und arbeitete bis zu ihrem 40. Lebensjahr als Direktionssekretärin in Düsseldorf, bis sie während eines Urlaubs auf Mallorca 1976 "ihren Egon" kennen und lieben lernte. Ein Jahr später wurde Hochzeit gefeiert. Dem Umzug aufs Land schloss sich ein zweijähriges IHK-Kurzstudium an. 20 Jahre war Ingrid Siegl bis zur Rente als fachkundige Wirtschaftsassistentin tätig.

Letztlich war es auch ihr öffentliches Engagement, das dazu beitrug, dass sich Ingrid Siegl in ihrem neuen Umfeld schnell wohlfühlte. "Uns ist viel genommen worden", meinten die Grabredner, doch auf dem kleinen Gedenkstein neben dem Sarg standen die tröstenden Worte: "Wann immer die Sonne irgendwo untergeht, geht sie woanders wieder auf."
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