Krummennaaber Gemeinderat diskutiert Pläne für den "Alten Friedhof" - Bepflanzung noch ...
"Einmalig in der Region"

Bürgermeister Uli Roth zeigt die Pläne für den "Alten Friedhof". Bild: den
Politik
Krummennaab
19.04.2017
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In einer Sondersitzung des Gemeinderates stellte Dr. Emil Lehner die Pläne für das Areal "Alter Friedhof" vor. Über eine "intensive, längere Zeit" habe sich der Gemeinderat damit bereits beschäftigt. Als Ort der Entschleunigung, der Ruhe, der Einkehr, Besinnung und Wertschätzung bezeichnete Lehner das Gebiet. Der Gedenkort soll zu einem Symbol für den Frieden werden. Der vorhandene Aufwuchs und die Wurzeln werden dabei vorsichtig entfernt und aufgefüllt. Das Gelände wird abschließend rund 30 Zentimeter höher liegen als bisher und damit auch deutlich über den Grabstellen. Das Areal hebt sich ganz bewusst und sichtbar als "stilles Areal" vom übrigen Gelände ab. Von einer Torsituation aus öffnet sich der historische Friedhof nach hinten zum Gedenkelement. Beleuchtete Formbäume unterstreichen dabei den geradlinigen Charakter dieses besonderen Ortes. Eine "klare Angelegenheit", die sich nachdrücklich vom restlichen Ort abheben soll, so Lehner. Die in Quaderform geschnittenen Linden sind dabei bewusst gewählt und stehen symbolisch für Frieden. "Symmetrie steht für Ordnung und damit auch für Sicherheit", führte der Architekt aus.

Element des Lebens


Besonderes Interesse galt den geplanten Skulpturen für den Gedenkort. Steinmetzmeister Georg Neugirg hat dazu bereits Modelle vorgestellt. Die angedachten drei Säulen ergeben einen Dreiklang, die beiden äußeren Stelen können mit den Namen der Gefallenen und Vermissten versehen werden. Die mittlere Säule ist von Wasser, das als dem Element des Lebens gilt, umgeben. Auch steht sie nicht auf einem Sockel, "vielmehr geht sie in den Boden hinein und ist als Hinweis auf das Leid gedacht", erläuterte Lehner. Im Hintergrund schließt eine Hainbuchenhecke den Gedenkort ab.

Bürgermeister Uli Roth bezifferte die Kosten auf rund 385 000 Euro, knapp 80 Prozent darf die Gemeinde als Zuschuss erwarten. Er dankte dem Gemeinderat, dass alle die Entscheidung, das alte Kriegerdenkmal nicht mehr aufzustellen, mittragen. "Wir wollen kein Kriegerdenkmal, sondern vielmehr ein Symbol, ein Mahnmal für den Frieden", bekräftigte Roth.

Lieber tropfenförmig


Jakob Gallersdörfer (CSU) regte an, dass auf jeden Fall der örtliche Steinmetz zum Zug kommen müsse. Des Weiteren meldete er Bedenken bei den Formbäumen an. Diese müssten mindestens zwei Mal im Jahr geschnitten werden. Dazu erklärte Roth, dass acht Bäume bestimmt zu schaffen wären. Hermann Prölß (FW) gab zu bedenken, dass am Volkstrauertag zu wenig Platz für die Besucher sei. Herbert Mattes (FW) lobte den Plan als "sehr durchdacht, einfach und doch hintersinnig sowie einmalig in der Region". Allerdings missfallen ihm die Formgehölze. Er bevorzuge tropfenförmige Bäume. Diese müssten auch nur einmal im Jahr geschnitten werden.

Prölß warf ein, dass er sich auch säulenförmige Bäume vorstellen könne. Max Sieder (SPD) würde die Problematik des Baumschnitts hintanstellen. Er erklärte, dass es im Moment viel wichtiger sei, " was aus der Fläche gemacht wird". Kommende Woche stimmt der Gemeinderat im Rahmen der regulären Sitzung über die Einreichung des Zuschussantrages für das Gelände ab.
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