Geschichte und Entwicklung der Krummennaaber "Quersinger"
Sprit für die Stimmbänder

So sieht bei den "Quersingern" eine ganz normale Probe am Donnerstagabend aus. "Wir proben lieber im Sitzen als im Stehen", ist sich der Chor einig. Die Tische bieten praktischerweise Platz für sämtliche Noten und für das ein oder andere Getränk. Bild: prk
Vermischtes
Krummennaab
19.02.2016
1951
0

Anfang Februar feierten sie ihren 6. Geburtstag: die Krummennaaber "Quersinger". Seit der Gründung hat sich einiges getan. Die Namensänderung war erst der Anfang.

Es ist Donnerstagabend, 18.31 Uhr. Nachdem sich die Mitglieder der "Quersinger" im katholischen Pfarrheim eingefunden haben, wird sich erst einmal eingesungen, sprich eingeratscht, bevor es mit der Probe losgehen kann. Ist die Chorleiterin Angelika Hederer mit dem Gehörten dann nicht zufrieden, folgt ihr Satz: "Und jetzt das Ganze nochmal in schön."

Warum eigentlich "Quersinger"? "Weil die Mitglieder evangelisch und katholisch sind und aus allen umliegenden Orten kommen. Weil wir kirchliche und weltliche Lieder singen und verschiedene Altersgruppen vertreten sind", erklärt Angelika Hederer. Kurz: ein quer gemischtes Ensemble.

Nicht nur geistliche Musik


Das war nicht immer so. Am 7. Februar 2010 gründete sich die Gemeinschaft zunächst als Jugendchor mit acht Sängern, die regelmäßig einen Sonntagsgottesdienst in der katholischen Kirche in Krummennaab gestalteten. Ein Jahr später kamen ein paar Erwachsene dazu, die bei den Auftritten hauptsächlich die Mädchen unterstützen sollten. Schließlich fanden aber immer mehr Erwachsene Spaß am Singen. Aufgrund des deutlich gestiegenen Altersdurchschnitts entschied der Chor im Juli 2012, sich ab sofort "Quersinger" zu nennen.

Vier mittlerweile junge Frauen kämpfen sich seit dem ersten Tag durch den harten Probenalltag. Verena und Sandra Hederer aus Krummennaab sowie die Thumsenreuther Magdalena und Rebecca Schieder sind von allen Mitgliedern am längsten dabei. Ans Aufhören denkt Sandra Hederer noch lange nicht. "Es macht Spaß, wenn Jung und Alt zusammen singen, deshalb bin ich immer noch sehr gern in unserem Chor", schwärmt sie.

Musikalisch haben sich die Frauen von Anfang an auf Neue geistliche Lieder, also moderne kirchliche Chorliteratur, spezialisiert. "Seit wir so viele nicht nur jugendliche Sängerinnen haben, können wir uns ständig steigern und mehr englische Lieder singen", erklärt Hederer. Auch weltliche Musik von Reinhard Mey, Bette Midler und vielen anderen Künstlern gehört mittlerweile zum Repertoire des vielseitigen Ensembles. Dieses ist hauptsächlich bei Gottesdiensten, Taufen oder Hochzeiten zu hören. Auftrittsorte sind aber längst nicht mehr nur in der eigenen Gemeinde. Auch in Pressath, Wurz, Neustadt/WN, Waldershof, Waldsassen und anderen Gemeinden der nördlichen Oberpfalz haben sich die "Quersinger" bereits etabliert.

Mit der Aufführung des Kindermusicals "Noah und die coole Arche" 2012 begeisterten sie auch außerhalb der Gottesdienste mit ihrer Musik. Ein Jahr später folgte ein Benefizkonzert mit dem Erbendorfer Zitherclub und dem Evangelischen Posaunenchor Thumsenreuth/Krummennaab. Der Erlös kam den Opfern der Flutkatastrophe in vielen Teilen Bayerns zugute.

"Februartöne" am 27.


Nachdem das Konzert "Novembertöne" 2014 schon ein großer Erfolg war, veranstalten die "Quersinger" nun am Samstag, 27. Februar, mit "Februartöne" mit dem Zitherclub Erbendorf und den "Querbläsern", einem Bläserquartett aus Falkenberg, ein Konzert. Unterstützung bekommt der Chor von Markus Neugirg am Schlagzeug, Flötistin Julia Kraus, Otto Zahn am E-Bass und Pianistin Franziska Zahn.

"Das Programm ist bunt gemischt, und von alten bis modernen Liedern ist für jeden was dabei", verspricht Hederer. Neben geistlichen Liedern darf sich der Zuhörer auch auf Musik von Udo Jürgens, Abba, Metallica und Queen freuen. Wenn die Aufregung vor den Auftritten, von der vor allem die Chorleiterin betroffen ist, zu groß wird, gibt es für alle einen oder zwei Löffel Eierlikör. Dann kann nichts mehr schief gehen.

"Ich wollte mich schon immer auf Frauenchorliteratur spezialisieren", erklärt die Chorleiterin, die einen großen Teil der dreistimmigen Chorliteratur arrangiert und auch einige Lieder selbst komponiert. "Wir wollen kein typischer Kirchenchor sein wie man ihn kennt." Das macht den reinen Frauenchor, der Alt und Jung in vielen Gemeinden begeistert, in seiner Art einzigartig.

Die ChorleiterinDie "Quersinger" bedeuten für Leiterin Angelika Hederer, die Apothekerin in der Steinwaldapotheke Erbendorf ist, Hobby, Entspannung und Ausgleich zu Arbeit und Alltagsstress. 2009 hatte der damalige katholische Pfarrer, Pater Joby, die Idee eines Kinderchores. 2010 setzt Hederer dieses Projekt dann als Jugendchor in die Tat um. Mithilfe leisteten auch ihre Töchter Verena und Sandra, die einige aus ihrem Freundeskreis vom Singen überzeugten.

"Es soll auf jeden Fall so weiter laufen wie zurzeit", verspricht Hederer. Genaue Pläne für die Zukunft hat sie nicht. "Es verbessert sich ja automatisch", ergänzt die Leiterin.

Ungewöhnlich sind die Zeiten für Treffpunkte zum Proben oder bei Auftritten. Da wird der Chor schon mal um 9.23 Uhr singbereit in die Kirche bestellt. "So wird die Uhrzeit mehr beachtet und die Sängerinnen sind pünktlich.", stellt Hederer fest. (prk)
Und jetzt das Ganze nochmal in schön.Chorleiterin Angelika Hederer, wenn sie mit den Leistungen der "Quersinger" nicht zufrieden ist
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.