Rektorin Elisabeth Holzinger geht in Ruhestand
Abschied von der Grundschule

BLSV-Kreisvorsitzender Andreas Malzer überreichte Elisabeth Holzinger die Verdienstmedaille des Bayerischen Landessportverbandes. Bild: den
Vermischtes
Krummennaab
28.07.2016
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Vor 57 Jahren bekam Elisabeth Holzinger zu ihrer Einschulung eine Schultüte. Jetzt, nach mehr als 40 Jahren im Schuldienst, versüßten der Rektorin viele Geschenke den Abschied von der Grundschule Krummennaab.

In der festlich geschmückten Mehrzweckhalle prangte ganz groß das Plakat "Abschied aus der Grundschule". Schulamtsdirektor Rudi Kunz beteuerte, er gebe die Rektorin nur ungern her. Mit einem T-Shirt dankte er der Pädagogin für ihr Engagement.

Die gebürtige Nürnbergerin studierte in Erlangen und Berlin. Nach dem zweiten Examen 1978 unterrichtete Holzinger in Fladungen, ein Jahr später kam sie nach Erbendorf, wo sie bis heute lebt. Seit Studienzeiten schlägt ihr Herz für den Sport, 1991 wurde sie Fachberaterin für Sport im Landkreis. Als Konrektorin wirkte sie ab 2001 an der Grundschule Mitterteich, bevor sie 2007 nach Krummennaab kam.

Als Detektiv machte sich Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzender Uli Roth auf die Spuren der Rektorin. Er fand eine Batterie, die auf die Photovoltaikanlage anspielte, Baustaub vom Umbau der Mehrzweckhalle oder eine Klorolle von der Renovierung der Schultoilette. Insgesamt mehr als 1,5 Millionen Euro verbaute die Gemeinde während Holzingers Amtszeit. "Sie waren für die Gemeinde eine ganz schön teure Schulleiterin", erklärte Roth, verbesserte sich dann schmunzelnd: "Natürlich lieb und teuer". Er versprach, den Sportplatz in den Ferien richten zu lassen und überreichte mit den Bürgermeisterkollegen Hans Donko und Werner Prucker ein Geschenk. Im Anschluss durfte sich Holzinger in das Goldene Buch der Gemeinde eintragen.

Verdienste im Sport


Mit dem "Funky Dance" verabschiedeten sich die Drittklässler von ihrer Rektorin. Für ihre besonderen Verdienste im Sport erhielt Elisabeth Holzinger von BLSV-Kreisvorsitzenden Andreas Malzer die Verdienstmedaille des Bayerischen Landessportverbandes in Bronze. Über 15 Jahre war sie Fachbetreuerin Sport.

Elternbeiratsvorsitzende Nicole Beyer überreichte Holzinger zum Abschied ein "g'schafft"-T-Shirt, passend zu den Shirts der vierten Klasse. Pfarrerin Nadine Schneider gab Holzinger einen Segensspruch mit auf den Weg in den "Un-Ruhestand". Die Klassen verabschiedeten sich mit einem musikalischen Ständchen. Gerührt verfolgte Holzinger gemeinsam mit ihrem extra aus Nürnberg angereisten Vater Erwin und ihrer Schwester Erika die Darbietung.

Holzingers Stellvertreter Ewald Pavlica überreichte im Namen des Lehrerkollegiums einen Blumenstrauß und kündigte die nächste sportliche Darbietung an. Die Sport AG der dritten Klasse zeigte einen Gladiatorentanz mit Rad und Purzelbaum. Anschließend stapelten sich die Schüler bei akrobatischen Pyramiden immer höher. Das letzte Wort hatte die Rektorin selbst: Nach dem Motto "Schön war die Zeit" erzählte sie von ihrer Schulzeit als sie noch auf Tafel schreiben musste. Der Sport war schon immer wichtig, auch wenn Kastensprung und Völkerball nicht so ihr Ding waren: "Ich war ja noch nie groß", erklärte sie lachend. Hier in Krummennaab habe sie viele Kinder von ehemaligen Schülern wiedergetroffen.

Eis für alle


Zur großen Verwunderung der Schüler freue sie sich sehr auf die Zeit ohne Ferien. Dann könne sie auch mal zu anderen Zeiten reisen. Unter großem Jubel der Schüler versprach Holzinger für Donnerstag jedem ein Eis und dass die Schule eine Stunde eher aus sei.

Zu den Klängen der "Elisabeth-Serenade" defilierten alle Schüler noch einmal an ihr vorbei. Sie überreichten ihrer Rektorin Papierblumen mit Wünschen und Sprüchen.

Ein paar schnelle FragenIhr schönstes Erlebnis als Lehrerin?

Elisabeth Holzinger: Wenn einen die Kinder vertrauensvoll anschauen, egal was man von ihnen verlangt.

Ihr schönstes Erlebnis als Schülerin?

In der dritten oder vierten Klasse besuchte ich die vielen Sehenswürdigkeiten in Nürnberg. Dieses Erfahren und Erleben prägte mich für mein gesamtes Lehrerdasein.

Im Gymnasium haben wir ein echtes Hühnerei ausgebrütet. Was anschließend mit Hahn Fridolin passiert ist, weiß ich allerdings nicht mehr.

Was haben Sie in ihrem Sabbatjahr vor?

Reisen nach Neuseeland, Tasmanien, Südamerika, ferne Inseln. Und zwar als aktiver Urlauber, wie schon in Peru auf über 4000 Meter Höhe. Dazu viel Kontakt zu den Einheimischen. Aber auch in Deutschland und Europa gibt es noch viel für mich zu entdecken.

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