Ende der Vereinskoordinierung
Kein OVV mehr

Die Koordinierung funktioniert nicht.
Freizeit
Kümmersbruck
14.05.2016
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Es kann nicht sein, dass so eine Überschneidung passiert!

Fast ein halbes Jahrhundert hat die Organisation der Vereine und Verbände (OVV) Veranstaltungen koordiniert und damit versucht, Überschneidungen zu vermeiden. Jetzt zog eine letzte Versammlung den Schlussstrich: Die Vereine wollen sich künftig anders absprechen.

Vereinsfeste werden oft mühevoll vorbereitet und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. Umso ärgerlicher ist es, wenn mehrere Sommerfeste, Kirwan und Kulturveranstaltungen zeitgleich stattfinden: Die nehmen sich dann gegenseitig die Gäste weg - und damit auch die Einnahmen.

Immer schlechter


Seit 1968 hat die Organisation der Vereine und Verbände versucht, dies zu verhindern. Zweimal im Jahr trafen sich die Vereinsvorsitzenden zur Koordinierung der Termine. Doch diese Absprache hat in den vergangenen Jahren immer schlechter funktioniert.

Heuer gab es die ganz große TerminKollision: Die Kümmersbrucker Kirwa steigt von Samstag bis Montag, 4. bis 6. Juni, Köfering feiert 650-jähriges Bestehen von Freitag bis Sonntag, 3. bis 5. Juni. Dies bemerkten die Veranstalter aber nur zufällig.

Bürgermeister Roland Strehl war bei diesem Gespräch dabei, berichtete er am Donnerstagabend im Sportzentrum. Er habe den Eindruck gehabt, hier müsse sich etwas bewegen. Deshalb habe er zusammen mit dem OVV-Vorstand eingeladen, um über die Zukunft der Terminabsprachen zu reden. Knapp 50 Vereinsvertreter waren dazu gekommen.

Mehr Disziplin gefordert


Die Idee sei eigentlich gewesen, die Kommunikation unter den Vereinen zu verbessern, meldete sich Heinrich Schäfer zu Wort. "Als das Internet aufkam, hat sich das Problem des gemeinsamen Kalenders gelöst - die Koordinierung funktionierte trotzdem nicht", bemängelte der Vorsitzende des Verbands Wohneigentum Haselmühl. Er forderte mehr Disziplin von den Vereinen: "Wenn wir uns daran halten, unsere Termine ins Netz zu stellen, müssten wir uns nicht zweimal im Jahr treffen und uns darüber streiten, was wieder nicht funktioniert hat."

Kulturverein ärgert sich


Strehl schlug vor, die Verwaltung könne den Terminkalender für die Vereine pflegen. Josef Vogl (Heimat- und Kulturverein Köfering) war mit dieser Idee nicht glücklich. Er sprach sich dagegen aus, die Verantwortung für die Koordinierung abzuschieben. Als Organisator der 650-Jahr-Feier für Köfering ärgerte er sich besonders über die Terminkollision: "Ich erwarte, dass die OVV da sauber arbeitet. Es kann nicht sein, dass so eine Überschneidung passiert!"

Nach Vogls Ansicht hat die OVV den Sinn als Koordinator verloren. "Überschneidungen sind immer schade, aber manchmal nicht auszuschließen." Die Institutionen könnten sich auch untereinander absprechen. "Ich erwarte von der Vereinsführung, dass die den Arsch in der Hose hat und sich abspricht. Sonst haben die in der Vereinsführung nichts verloren."

Die Gemeinde koordiniert


Die meisten der Anwesenden konnten sich mit einer anderen Lösung zur Terminkoordinierung abfinden. Das wurde während der Diskussion deutlich. "Ich denke, dass wir hiermit die Tätigkeit des OVV beenden können", lautete Strehls Fazit.

Die Gemeinde werde fortan die Termine aufnehmen und den Beteiligten im Fall einer Überschneidungen eine E-Mail schicken. Der Bürgermeister sicherte auch zu, weiterhin einmal jährlich eine Informationsveranstaltung für die Vereine zu organisieren.
Die Koordinierung funktioniert nicht.Heinrich Schäfer, Verband Wohneigentum Haselmühl
Es kann nicht sein, dass so eine Überschneidung passiert!Josel Vogl, Heimat- und Kulturverein Köfering


Zitate"Die Vereine hielten sich daran, die Pfarreien gingen einen eigenen Weg. Das führte zu Problemen."

"Als das Internet aufkam, hat sich das Problem des Kalenders gelöst. Die Koordinierung funktionierte trotzdem nicht."

Heinrich Schäfer, Verband Wohneigentum Haselmühl

"Ich bin die letzten zwölf Jahre immer hergekommen."

Renate Amrhein, Pfarrgemeinderatssprecherin

"In einer 10 000-Einwohner-Gemeinde sollen sich keine Feste in 300 Meter Abstand die Gäste wegnehmen."

Josef Vogl, Heimat- und Kulturverein

"Es muss nicht wirklich sein, dass wir einen Verein gründen, um zu anderen Vereinen zu gehen. Wir haben genug zu tun."

Ernst Gumpenberger, Tennisclub Kümmersbruck

"Die Vorträge zum Lebensmittelgesetz und zum Jugendschutz waren gut. Einmal im Jahr fände ich ein Treffen schön, auch wegen des Zusammenseins."

Gabi Büttner, KAB

"Wir brauchen eine Frist, wann Veranstaltungen festgesetzt werden."

Christopher Richter, Feuerwehr Kümmersbruck

"Es liegt auch an der Pflege der Termine. Es genügt nicht, sie einfach einzustellen."

Adolf Gassner, Männerchor Haselmühl/Kümmersbruck

"Die Termine sollten mehr als zwölf Monate im Voraus bekanntgegeben werden. Die ehrenamtlichen Helfer sind nicht nur Rentner. Manche müssen sich von der Arbeit freinehmen."

Helmut Krämer, Siedlervereinigung Kümmersbrucker Heide (dko)
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