Haselmühler Feuerwehr-Nachwuchs kämpft um die Kinderflamme
Die Lizenz zum Löschen

"Die Lizenz zum Löschen" steht auf den T-Shirts der Kinderfeuerwehr. Entsprechend gaben sich Florian und Simon beim Zielspritzen große Mühe.
Freizeit
Kümmersbruck
10.05.2016
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"Wasser marsch!", ruft Florian Scharl. Sein Freund Simon Schönberger betätigt mit vollem Einsatz die Pumpe der Kübelspritze, damit Florian mit einem ordentlichen Wasserstrahl das Zielobjekt von der Bierbank fegen kann. Der Zwölfjährige hält mit dem Strahlrohr routiniert drauf: Schwer getroffen geht der Eimer zu Boden.

Haselmühl. Was nach lustigen Wasserspielen klingt, ist in Wirklichkeit eine von fünf Prüfungen, die die beiden Jungs der Kinderfeuerwehr Haselmühl bestehen wollen. So wie ihre acht Kameraden versuchten sie, die sogenannte Kinderflamme zu erlangen - eine Art Ausbildungsnachweis für ihr Training bei der Kinderfeuerwehr.

Gestandene Einsatzkräfte mögen darüber etwas lächeln. Aber es ist mehr als Spaß und Spiel, wie Kreisbrandrat Fredi Weiß betont, der bei der Kinderflammenprüfung dabei ist: "Es geht ja nicht nur um Nachwuchsgewinnung, sondern insbesondere auch um Brandschutzerziehung."

Wenn man unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen alles anzünden und löschen darf, was man in die Finger bekommt, dann erfährt man viel übers Feuer, erzählt auch Tina Berger. Sie hat vor vier Jahren gemeinsam mit Michaela Köper die Kinderfeuerwehr ins Leben gerufen - als erste Gruppe dieser Art im Landkreis. Spielerisch lassen sich theoretische Aspekte wie das richtige Absetzen eines Notrufes, Knotenkunde oder das Kennenlernen der Feuerwehr-Gerätschaften altersgerecht, aber trotzdem nachhaltig verpacken.

Diese ganzen Überlegungen sind den Kindern der Feuerwehr Haselmühl allerdings ziemlich egal. Hauptsache, sie schaffen ihr Pensum. Dabei sind alle sprichwörtlich Feuer und Flamme. Die Aufgaben der Feuerwehr sollen sie nennen und einen Aktiven mit Atemschutzausrüstung, einen Atemschutzträger also, richtig anziehen. Außerdem müssen die Mädchen und Buben auf einer Karte bestimmte Orte finden, zum Beispiel die Schule oder das Hallenbad und demonstrieren, dass sie einen Kreuzknoten knüpfen können.

Ein bisschen nervös ist der eine oder andere schon zu Beginn. Aber am Ende sind alle Teilnehmer erfolgreich und freuen sich sehr über ihre Urkunden, die ihnen die großen Feuerwehrleute überreichen. "Das war einfach. Es hätte auch noch länger sein können", verkündete die zehnjährige Svenja Weber und lässt sich wie alle anderen ihre Wiener schmecken, die sie zur Feier des Tages gesponsert bekommen hat.

Wer ebenfalls Lust hat auf "Wasser marsch" oder ähnliches hat und auch mehr über die Feuerwehr und ihre Arbeit wissen möchte, ist jeden dritten Samstag im Monat im Haselmühler Feuerwehrhaus willkommen. Vielleicht haben dann ja bald noch mehr Acht- bis Zwölfjährige die Lizenz zum Löschen.
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