Duo Neubauer/Nitzbon bei Kunst, Kultur, Kümmersbruck
Romantik füllt den Saal

Kultur
Kümmersbruck
12.04.2016
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Langsam ging hinter dem Gemeindehaus die Sonne unter. Das nahm am Freitagabend das Duo Neubauer/Nitzbon als Aufhänger, um den Abend mit "Bei Sonnenuntergang" von Grieg zu beginnen.

Eröffnet hatte Bürgermeister Roland Strehl den "romantischen Abend" mit den Worten: "Wir sind positiv überrascht, den Gemeindesaal so toll voll bekommen zu haben."

Drittes Konzert in Folge


Das lag sicherlich an den beiden Vollblutmusikern, die nun schon zum dritten Mal die Kulturbegeisterten anlockten. Die vorangegangenen Konzerte hatten sie mit Werken aus dem Mittelalter, der Renaissance, dem Barock und der Klassik gestaltet.

In dem eher nüchternen Ambiente versprachen sie nun einen romantischen Abend - oder besser gesagt ein Programm mit Stücken aus der Romantik. Man musste nur die Augen schließen, und schon konnte man bei dem sehr einfühlsamen Gesang und Klavierspiel diese fernen Zeiten durchleben.

Das Klavier spinnt Garn


Elena Neubauer erzählte vom Gretchen, das völlig durcheinander an den Kuss von Faust dachte, und Roland Nitzbon ließ das Klavier im Hintergrund Garn spinnen. So erklärten die beiden das Stück von Schuberts "Gretchen am Spinnrade", wie auch alle anderen Lieder, die sie abwechslungsreich und prägnant ausgewählt hatten.

"Tschaikowski war in Russland zu jener Zeit verpönt. War er doch homosexuell und ging mit einer Stalkerin eine Scheinehe ein." Solche Anekdoten hatten sie parat und brachten damit das ansonsten andächtig lauschende Publikum immer wieder zum Lachen. Doch auch Stücke wie das Prélude in e-Moll von Chopin, einzig am Klavier gespielt, oder das irische Volkslied "Arthur Seat" von James Scott Skinner - nur mit der Querflöte - gaben die Stimmung jener Zeit wider. Die Zuhörer konnten sich nicht nur an der Musik erfreuen, sondern eben auch an den Geschichten rund um die Komponisten und ihre Werke.

Max Reger - der Namenspatron von Ambergs musischem Gymnasium - war bereits zu Lebzeiten sehr beliebt und trank gerne mal einen über den Durst. Wer hätte das wohl vorher gewusst, wenn er nicht an diesem gelungenen Abend den Erzählungen von Roland Nitzbon gelauscht hätte?

Zyklus wird komplettiert


In dem Kümmersbrucker Zyklus durch die Musikgeschichte fehlt nun nur noch ein Abend mit Werken bis in die Moderne. Doch daran arbeiten die beiden bereits, und mit Sicherheit wird das für alle Musikbegeisterten wieder einen Konzertbesuch wert sein. Und wer weiß, ob dann die Bestuhlung im Gemeindesaal noch ausreichen wird.
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