Fischzug in Kümmersbruck
Narrhalla trägt den Fasching zu Grabe

Kultur
Kümmersbruck
11.02.2016
189
0
Der Mann ist seit 22 Jahren Präsident, er hat vor 19 Jahren den Fischzug in Kümmersbruck hoffähig gemacht. In seine Fußstapfen zu treten, ist also nicht einfach. Trotzdem mussten das alle tun, durften nicht aus der Reihe tanzen: Dieter Streber führte den Trauerzug an, hinter ihm seine "Vize" Denise Forster, 25 Narrhallesen und der gestrenge Zeremonienmeister Klaus Laßen mit der Lizenz zu drakonischen Strafen. Ohne Wehklagen trug die zylinderbewehrte Narhalla Haselmühl-Amberg-Kümmersbruck den Fasching 2016 zu Grabe. Jammern unterwegs hätte auch nichts gebracht, sondern nur Geld gekostet. Fünf Euro, wenn sich das Handy meldet. Schwere Verfehlungen sind aber auch das Rauchen oder Rülpsen im Zug. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht: Vor dem Abmarsch im Vereinsheim gab es eine Einweisung, wurde ein Fisch auf den Rücken gemalt. Die Höchststrafe ist ein Euro für jedes gesprochene Wort. Lachen ist verpönt: "Was lachen ist, entscheide ich, ich bin lang mitgegangen und kenne alle Tricks", drohte der Zeremonienmeister. Entsprechend eingeschüchtert ging's in die erste Gaststätte, das TSV-Sportheim. Dort den Bierkrug nicht in der rechten Hand zu halten, ist strengstens verboten. Michael Laßen und Denis Streber belegten die Fischsemmeln. Das Bier wurde spendiert. Beim TSV übernahm Ehrensenator Manfred Eckert die Getränke, in der Schlosswirtschaft tat dies Sabine Schobel, Armin Nentwig und Richard Gaßner zahlten in der Blauen Traube, im Gasthof Post Ronald Unglaub und beim ASV Inge Götz. Dieter Streber hätte gern mehr Teilnehmer gesehen, aber die Grippe hatte die Hälfte von Elferrat und Garde außer Gefecht gesetzt. Deshalb mussten die Weiß-Blauen auch beim Faschingszug in Schmidmühlen passen. 40 Auftritte hatten sie im kurzen Fasching, der mit dem Fischzug beerdigt wurde. Eine todernste Angelegenheit, die teuer werden kann. Wenn denn überhaupt noch ein Euro im Geldbeutel war, der zum Abschluss unter viel Jammern und noch mehr Lamentieren an geheimer Stelle vor dem Sportheim des ASV Haselmühl vergraben wurde: "Du voll gewesener Geldbeutel", bis hin zu "Trinket weg in Frieden" - das letzte Gebet wurde gemeinsam gesprochen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.