Stefan Stock zeigt Lichtkunstobjekte in Theuern
Leuchtsignale Im Schloss

Kultur
Kümmersbruck
19.02.2016
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Thuern. (e) Signalwirkung hat die Vernissage am Sonntag, 13. März, im Kulturschloss: Mit ihr wird auch das vielschichtige Veranstaltungsjahr eingeleitet - unter dem beziehungsreichen Titel "Leuchtsignale".

Dahinter verbergen sich Licht-Kunstobjekte von Stefan Stock. Diese haben einen ganz banalen Ausgangspunkt: auf Schrottplätzen, bei Altwarenhändlern, auf dem Recyclinghof, oder ganz einfach im Keller.

Die Bandbreite der dortigen Fundstücke reicht von einfachen Blechgehäusen und Rohren bis zu kompletten Schaltschränken, Geigerzählern, Trockenhauben oder Trafo-Gehäusen. Stefan Stock fügt sie zu völlig neuen Objekten zusammen. Dabei entstehen Skulpturen, die mit viel Fantasie zum Leuchten gebracht werden - Leuchtsignale eben: alles leuchtet und blinkt hier. Man könnte auch von echtem Upcycling (Verwandlung von Abfällen in neue Produkte) sprechen.

Bei den Vorbereitungen zu seiner ersten Ausstellung im Kulturschloss ließ sich Stefan Stock (50) über die Schulter und in die Kisten schauen. "Ich probiere einfach, alte Sachen wiederzubeleben. Ich nehme dazu ausschließlich Geräte, die längst veraltet sind", sagt er - und haucht ihnen neues Leben ein. Museumsleiter Michael Ritz eröffnet die Saison in seinem Haus mit dem Hinweis, "einem industriegeschichtlichen Museum kann nichts Besseres passieren, als dass industrieller Abfall als Kunst verwandelt ins Museum zurückkehrt".

Stocks Vita ist eng mit Amberg verbunden, auch wenn er draußen in der Hainthalstraße in Kastl seinen Wirkungsbereich inklusive Hund hat. Optiker hat er gelernt: Damit wissen die Amberger, dass er zur Optiker-Familie Stock in der Unteren Nabburger Straße gehört. Seit 1998 widmet Stock einen erheblichen Teil seiner Zeit aber ganz der Kunst. In seiner Werkstatt plant, montiert und installiert er witzige bis aberwitzige (Licht-)Objekte: vom filigranen, birnchenbestücken Gestänge bis zur massiven Plastik, die sich erst hinterleuchtet als Silhouetten-Riss ganz dem Besucher erschließt. Das elektrische Licht spielt eine zentrale Rolle in seiner Kunst.

Die Materialien, denen Stock eine völlig neue Bedeutung gibt, können alte Blechgehäuse sein, aber auch elektrische und mechanische Komponenten aus prä-elektronischer Zeit. Eine Epoche, als Geräte, Schalter und Regler noch nicht miniaturisiert waren, sondern durch ihre massive Ausführung eine eigene Formsprache besaßen, die heute als Retro-Design durchgehen könnte.

Zu sehen ist diese Ausstellung von Sonntag, 13. März, bis Sonntag, 4. September. Eröffnet wird sie am 13. März um 11 Uhr von Hausherr Michael Ritz. Kunsthistorikerin Dr. Barbara Oettl (Uni Regensburg) hält den Eröffnungsvortrag, Wolfgang Barthel und Petra Kalley musizieren mit Orientalfolkbluesrock "ex oriente lux" .
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