Vilskultur im Schloss Theuern
Den Mai begrüßt

Jetzt muss er einfach kommen, der Frühling: Die Kümmersbrucker Schüler begrüßten ihn in Theuern schon einmal mit Musik und Tanz. Bilder: e (2)
Kultur
Kümmersbruck
04.05.2016
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Die Kinder verteilten selbst gebastelte Blumen an die Zuschauer.

"Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus", sang die Chor-AG der Grundschule Kümmersbruck. Viele hatten aber keine Lust gehabt, mit Sorgen zu Hause zu bleiben: Sie besuchten lieber die Vilskultur.

Thuern. (e) Bei deren neunter Auflage im Schloss Theuern gestalteten Kümmersbruck, Ebermannsdorf, Ensdorf und Vilseck gemeinsam das Programm. Ehrensache, dass die Bürgermeister Roland Strehl, Markus Dollacker und Josef Gilch dabei waren, dazu AOVE-Managerin Waltraud Lobenhofer, Isabel Lautenschlager vom Naturpark Hirschwald sowie Christine Schormüller, die Ortsheimatpflegerin von Ebermannsdorf und Adolfine Nitschke von der AOVE.

Blumen fürs Publikum


"Freudig in den 1. Mai zu gehen", das wünschte sich Museumsleiter Michael Ritz. Die farbenprächtig gekleideten Kümmersbrucker Grundschüler mit Rektorin Eva Hampel, Förderlehrerin Ruth Kappel und Angelika Hoppe hatten die passenden Frühlingslieder und Gedichte parat. Tänzer, Schauspieler und Sänger in bunten Kostümen tummelten sich begleitet von den Akkordeonspielern Fabian Wittmann und Leonie Wächter auf der Bühne. Sie ernteten viel Beifall, hatten zum Schluss auch noch "einen Landeplatz für eine kleine Libelle" und machten einen Zeitsprung, vom Biedermeier über die 1920er- und wilden 80er-Jahre mit Gedichten, um dann im Auditorium noch gebastelte Blumen zu verteilen.

Wissenswertes aus Ebermannsdorf, von der dortigen Schlosskirche, berichteten Christine Schormüller in Wort und Bild. Danach war klar, warum das barocke Gotteshaus ein Denkmal von nationaler Bedeutung ist. Die Glocke wohl von 1313, das Turmfundament aus dem 13. Jahrhundert, barocke Mauern mit achteckigem Turm: Diese Kirche sei ein Kleinod, das auch Kenner staunen lasse.

Viele Besonderheiten traten bei der laufenden Sanierung an den Tag, die möglich wurde, weil es viele Zuschüsse gegeben hat, auch von vielen Privatleuten, denen Erforschung und Erhalt der Kirche am Herzen liegen: "Wir können mit frohem Mut die Sanierung anpacken", freute sich Schormüller und warb bereits für ein Benefizkonzert am Sonntag, 23. Oktober. Froher Mut, das war auch das musikalische Merkmal von Moritz (14) und Marco (10). Mit Akkordeon und Gitarre sind sie die Übler Boum, die Ensdorf würdig vertraten. Ihr Repertoire ist bemerkenswert, ihre Stimmen sind es auch: Mit Kufstein-Lied und Herz-Schmerz-Polka brachten die beiden die Zuhörer zum Mitsingen und Schunkeln.

In der Pause gegen 21.15 Uhr verpflegte der Historische Verein aus Ebermannsdorf im Foyer die Gäste. Im Saal präsentierte dann Adolfine Nitschke, die Leiterin des Kultur- und Tourismusbüros in Vilseck, "Die Vilsauen im Wandel der Jahreszeiten". Der Beitrag der nördlichen Vilsanrainer hatte sich mit der Schlichter Rentnerband verstärkt, die mit volkstümlichen Melodien unterhielt. "Wie ein Dessert soll der Beitrag die Veranstaltung Vilskultur beschließen", wünschte Nitschke.

Lust auf die Vilsaue


Mit Vilseck untrennbar verbunden sind die Burg Dagestein, der Vogelturm und insbesondere die neu geschaffene Vilsaue: Lebensraum für Mensch und Tier, Naherholungsgebiet, Vorzeige-Areal und erst 2015 eingeweiht. Mit rund 50 Farbbildern zeichnete Nitschke die Vilsaue und deren Entstehungsgeschichte von Winter zu Winter nach. Ihr Vortrag machte Appetit darauf, dieses Naherholungsgebiet einmal selbst zu besuchen - auch im Winter.
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