320 Botschafter für das Klima

Lokales
Kümmersbruck
18.12.2014
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Wenn sie in 30 Jahren wieder auf die kleine Streuobstwiese kommen, sollen die Beteiligten dort noch immer eine besondere Erinnerung an ihre Schulzeit vorfinden: Diese Art von Nachhaltigkeit gefällt Rektorin Eva Hampel besonders an der Baumpflanzaktion ihrer 14 Grundschulklassen.

Rund 320 Kinder vereinte dieses Projekt am Mittwoch auf dem kleinen Gemeindegrundstück gegenüber des Grammer-Firmengeländes an der Köferinger Straße in Haselmühl. Natürlich hatten alle ihre Schaufeln mitgebracht, schließlich ging es auch darum, sich diese Baumpflanzaktion wirklich selbst zu erarbeiten.

Zwei Anlässe gab es dafür: Zum einen hat sich die Kümmersbrucker Einrichtung gerade zum achten Mal in Folge die offizielle Auszeichnung als "Umweltschule" verdient (AZ berichtete), zum anderen beteiligt sie sich an dem Projekt "Plant for the planet" (Pflanzt für den Planeten), einer globalen Schülerinitiative. Die Gemeinde unterstützt die Kinder, indem sie ihr Grundstück an der Köferinger Straße zur Verfügung stellte, wo der Bauhof Vorarbeiten leistete.

Fleißig mit angepackt

Trotzdem war es keine rein symbolische Aktion: Die Schüler schaufelten fleißig selbst, um dann ihre Bäume einzupflanzen - einen pro Klasse, je zwei Kirsch- und Zwetschgen-, dazu drei Birn- und sieben Apfelbäume. Als Zugabe setzten sie auch noch einen Gemeinschaftsbaum, der einmal Walnüsse tragen soll, ein. Bis die geerntet werden können, wird es noch ein bisschen dauern.

Die anderen Sorten könnten "eventuell übernächstes Jahr" schon Früchte tragen, meinte Bürgermeister Roland Strehl, der die Kinder für ihr Engagement lobte. "Ein Bürgermeister will ja immer etwas Besonderes in seiner Gemeinde haben", sagte er - deshalb sei er sehr stolz darauf, dass die Grundschule erneut ihre Umwelt-Auszeichnung zuerkannt bekommen hat. Mit Blick auf "Plant for the planet" erklärte er den Kindern, "wir haben Glück, wir haben relativ viele Bäume bei uns: In Bayern wächst die Waldfläche jedes Jahr", was aber nicht überall in der Welt der Fall sei. Im Gegenteil: "In Südamerika roden sie den Urwald - denen wollen wir zeigen, wie wichtig die Bäume für uns sind. Ihr seid heute also Baum- und Klima-Botschafter." Die Schüler wissen auch, warum das wichtig ist: "Ohne Bäume hätten wir weniger Luft", verkündete eines der Kinder.

Bäume selbst bezahlt

Die Obstbäume haben sich die Grundschüler selbst "gekauft", insgesamt haben sie rund 500 Euro ausgegeben. Sie haben dafür kürzlich bei zwei großen eigenen Veranstaltungen fleißig Spenden gesammelt.

Rektorin Hampel war auch das ein wichtiger Aspekt - genauso wie der, dass sich ihre Schützlinge auch künftig um die kleine Streuobstwiese kümmern und sich weiter damit beschäftigen werden. Unterstützt werden sie dabei von den beiden örtlichen Obst- und Gartenbauvereinen, gestern vertreten durch ihre beiden Vorsitzenden Günther Krella (Kümmersbruck) und Josef Schindlbeck (Haselmühl).
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