Ärger um die lange Sperrung

Lokales
Kümmersbruck
06.06.2015
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Etliche Anwohner und Anlieger rund um den Dorfplatz von Kümmersbruck sind sauer. Sie ärgern sich nach Mitteilung der SPD über die seit Wochen andauernde Straßensperrung. Was viele demnach besonders "wurmt": Dass sie überhaupt erst sehr spät über die Maßnahme informiert worden seien.

Das und weiterer Unmut über die Situation rund um die Baustelle kamen bei einer Ortsbesichtigung der SPD-Kreistagsfraktion zur Sprache, wie es im Bericht der Sozialdemokraten über diesen Termin heißt. Anlass seien "viele Beschwerden in den vergangenen Wochen" gewesen. Vorsitzender Winfried Franz schickte voraus, dass das Landratsamt bei dieser Maßnahme "federführend verantwortlich" sei - deshalb waren Tiefbauamtsleiter Markus Simon und Rainer Rubenbauer vom Planungsbüro UTA aus Amberg vor Ort - und er begründete damit auch das Interesse der Kreistagsfraktion.

"Mangelhafte Information"

Richard Gaßner ergänzte, dass sich die Sozialdemokraten so vermittelnd einschalten wollten zwischen Behörde und Anliegern. Von Letzteren waren laut SPD etliche gekommen und hielten mit ihrer Kritik nicht hinterm Berg. Hauptpunkt war demnach "mangelhafte Information" über das Projekt und seine Auswirkungen. Erst drei Tage vor Baubeginn seien Anwohner und Anlieger über die Totalsperrung in Kenntnis gesetzt worden. Der Arzt Andreas Pietsch erfuhr davon nach eigener Auskunft nur durch Zufall einen Tag zuvor. Seit der Sperrung könne er seine Praxis lediglich auf einem zeitaufwendigen Umweg erreichen. Christine Schlaffer von der gleichnamigen Metzgerei hätte ihr Personal laut SPD bei rechtzeitiger Information anders organisieren können, um geringere Einnahmen besser zu verkraften. "Gott sei Dank halten die Stammkunden uns die Treue", wird sie in der Mitteilung zitiert, in der es weiter heißt, dass sie ständig mit Fragen und Beschwerden der Kunden konfrontiert sei.

Auch Veronika Frenzel beklagte, dass der Kümmersbrucker Gemeinderat nicht rechtzeitig informiert gewesen sei. Richard Gaßner fragte die Fachleute, warum die Straße Zu den Linden nicht für den Verkehr geöffnet wurde und warum das Ausweiten der Innenkurve nicht vor der Maßnahme vorgenommen wurde, um die Durchfahrt zumindest zeitweilig einseitig zu ermöglichen.

Simon verteidigte die Vollsperrung nach Auskunft der Sozialdemokraten "vehement", zumal sie seit Dezember - "mit der Gemeinde abgestimmt" - beschlossen sei. Laut Mitteilung stellte sich im weiteren Verlauf heraus, dass Kümmersbruck nicht an allen Besprechungen teilgenommen habe. Auch Rubenbauer meinte, dass es zur Vollsperrung mit der gewählten Umfahrung keine Alternative gebe. Aus "Zeitgründen" sei sie notwendig, damit Kanal und Wasserrohre, eine Gasleitung von den Stadtwerken, vom Bayernwerk Stromkabel und von der Telekom Leerrohre rasch verlegt werden könnten. Dazu sei schließlich auch ein Verkehrsplaner eingeschaltet worden.

Lieber Bürgerversammlung

Simon empfahl abschließend, bei Schwierigkeiten mit den Leuten am Bau zu reden, außerdem seien er und Rainer Rubenbauer telefonisch zu erreichen. Eine Bürgerversammlung im Vorfeld wäre sicher hilfreich gewesen, betonte Michael Rischke angesichts der vorgebrachten Kritik. Außerdem habe das Landratsamt die Wichtigkeit der Maßnahme "wohl nicht überschaut", denn mit dem Schleichverkehr Richtung Amberg über die AS 27 habe die Behörde in diesem Ausmaß offenbar nicht gerechnet.
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