Agrarsoftware Thema bei Hauptversammlung des Bauernverbands in Kümmersbruck
Computer hilft dem Landwirt

Michael Ströhl (links) und Barbara Schönberger. Bild: e
Lokales
Kümmersbruck
02.03.2015
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Das Prädikat "überaus aktiver Ortsverband" gab BBV-Geschäftsführer Thomas Bayerl (Neumarkt) dem Kümmersbrucker Bauernverband. Tatsächlich ist er mit seinen 70 Mitgliedern der führende Ortsverein im Kreisverband - das wurde bei der Jahreshauptversammlung wieder einmal deutlich.

Die beiden "Zugpferde", Barbara Schönberger und Michael Ströhl, zeichneten in der Zusammenkunft das Bild eines ereignisreichen und vielschichtigen Vereinslebens - und das nicht nur in Verbindung mit der Landwirtschaft. "Besonders die Frauen im Ortsverband sind der Motor der Aktivitäten und des Zusammenhalts", befand Bayerl. Er muss es wissen, immerhin gehören seinem Bezirk Neumarkt/Amberg-Sulzbach rund 200 Ortsverbände an.

Von Christbaum- und finanziellen Spenden für Kirche und Sozialdienst katholischer Frauen über eine Podiumsdiskussion vor der Kommunalwahl bis zur Beteiligung am Gemeinde-Jubiläum mit einem Motivwagen reichten die Aktivitäten im Rückblick von Schönberger und Ströhl. Bestens angenommen wurden die Einladungen aller Kindergärten auf den Bauernhof und das Ferienprogramm. Für Letzteres haben sich jetzt schon wieder viele Teilnehmer angemeldet. Auch Familienausflüge gehörten zum Angebot - das ist auch 2015 so.

Eigens zur Jahreshauptversammlung war aus Pfarrkirchen Sabine Bachhuber (LandDat-Eurosoft) angereist. Sie sprach über "Lösungen im Bereich Agrarsoftware - Hilfe bei der Planung, Verwaltung und Dokumentation im bäuerlichen Betrieb". Sogenannte Ackerschlagkarten unterstützten den Landwirt bei der Verwaltung der Flächen, bei Anbau, Düngeplanung und der Dokumentation aller Arbeiten. Die so erfassten Daten stünden dann für produktionstechnische und betriebswirtschaftliche Auswertungen zur Verfügung.

Im Trend liegen laut Referentin die mobile Datenerfassung mit Smartphone oder Tablet. Stark im Kommen sei auch die GPS-satellitengestützte Bodenbeprobung. Mindestens alle sechs Jahre müssten die Landwirte den Nährstoffgehalt ihrer Böden untersuchen. Sensorgestützte Düngung, bei der aus der Farbe des Pflanzenbestandes auf die Nährstoffversorgung geschlossen wird, sei in Bayern, wo die Betriebe relativ klein seien, noch nicht so verbreitet.

BBV-Geschäftsführer Thomas Bayerl gab einen Überblick über Feingebietsabgrenzung der FFH-Gebiete. Er empfahl betroffenen Grundstücksbesitzern, die eigenen Flächen zu kontrollieren. Die Frist für Einwendungen sei nochmals verlängert worden, diesmal bis zum 1. Mai 2015. Die BBV-Geschäftsstelle könne auch hier behilflich sein.

Bayerl skizzierte die Grundzüge der anstehenden Agrarreform. So würden die Zahlungsansprüche, die vergangenes Jahr bundesweit eingezogen wurden, den Mehrfachantragstellern heuer am 15. Mai für ihre beantragten Flächen wieder zugeteilt. Beim sogenannten Greening hätten Landwirte bestimmte Vorgaben einzuhalten. Sie müssten über zehn Hektar Ackerfläche mehrere Fruchtarten in ihrer Fruchtfolge einbeziehen. Außerdem dürfe kein Grünland mehr zu Ackerland umgebrochen werden. Betriebe mit mehr als 15 Hektar Ackerfläche müssten fünf Prozent ihrer Fläche als ökologische Vorrangflächen bewirtschaften.

Auch über Neuerungen im Steuerrecht informierte Bayerl. "Das aktuelle Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschafts- und Schenkungssteuer wird nicht dazu führen, dass Hofnachfolger steuerlich belastet werden", stellte er fest.
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