Alles, was die Senioren bewegt

In angenehmer Atmosphäre wurden beim 9. Seniorenforum der Gemeinde Kümmersbruck viele Themen angesprochen, die vor allem die älteren Bürger betreffen. Bild: e
Lokales
Kümmersbruck
07.10.2015
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Sie haben viel erlebt, bergen daher ein großes Maß an Erfahrung und sind wichtige Zielgruppe. Die älteren Mitbürger der Gemeinde trafen sich zum neunten Seniorenforum in der Sportgaststätte. Viele waren wieder dabei, Premiere als Bürgermeister hatte Roland Strehl, der gleich Hauptamtsleiter Wolfgang Roggenhofer mitbrachte.

Die Seniorenbeauftragten der Gemeinde, Monika Rambach und Monika Paintner, gehören gewissermaßen zum festen Bestand dieser Veranstaltung.

Andrea Motzel (AWO-Seniorenheim) und Carola Dirschka vom Seniorennetzwerk waren dabei, vom neu gegründeten Seniorenbeirat Schriftführerin Anneliese Breitkopf. Es ging um Seniorenpolitik, -beirat, -mosaik oder altersgerechtes Bauen und die Asylfrage. Er könne auch keine passable Lösung anbieten, sagte Strehl, jedoch "sollte die Menschlichkeit nicht auf der Strecke bleiben".

Bitte um Verständnis

Derzeit, so informierte der Bürgermeister, seien in Kümmersbruck 51 Asylbewerber wohnhaft, davon allerdings nur 21 aus Bürgerkriegsregionen, alle anderen aus sogenannten sicheren Drittländern.

Die Diskussion über diese sei auch in Kümmersbruck zu führen. Strehl bat die Senioren vorsorglich schon mal um Verständnis, "sollten Flüchtlinge auch in ihrer Nachbarschaft untergebracht werden müssen".

Öffentliche Toilette

Im Prinzip sei in Kümmersbruck alles da. "Man kann hier gut alt werden", verkündete Strehl. "Ob alles gut verteilt ist, zum Beispiel Geschäfte, ist eine andere Frage." Er sah hier durchaus Verbesserungspotenzial. Der neu installierte, 14 Mitglieder starke, Seniorenbeirat soll in der politischen Arbeit den Gemeinderat unterstützen und das Sprachrohr für die älteren Menschen sein.

In punkto Bevölkerungsentwicklung nannte Strehl bis dato 70 Geburten in 2015. "Bis Jahresende werden es 90 bis 95 sein." Demgegenüber allerdings stünde eine hohe Sterberate von "bis heute 86 Einwohnern". Die Senioren interessierte der Stand um die Bemühungen einer öffentlichen Toilette. Sie werde demnächst auf dem Parkplatz gegenüber der Blauen Traube gebaut, sicherte Strehl zu. Einen großen Schritt weitergekommen sei man in Sachen Seniorenmosaik. Hierfür wird in Kürze eine Halbtagsstelle für alle Anrainergemeinden des Hirschwaldes im Rathaus Kümmersbruck installiert. "Wenn alles klappt dann zunächst für die kommenden zwei Jahre", machte Strehl Hoffnung.

Bezüglich seniorengerechten Bauens signalisierte der Bürgermeister weitere Schritte auf dem Weg eines Investorenwettbewerbs und einer Sozialraumanalyse. In Frage käme das Areal zwischen AWO-Heim und Rathaus, rund 10 000 Quadratmeter, im Besitz der Gemeinde. Plan ist es, dort ein Seniorenquartier zu bauen, "der Weg dorthin aber ist noch festzulegen", sagte Strehl. Die Verkehrssituation in der Haselmühler Ortsdurchfahrt auf der Staatsstraße 2165 war aus der Mitte der Senioren ein Thema, die für Fußgänger gefährliche Übergang in Höhe Netto/Einmündung Zeilenstraße, verlange dringend eine Lösung.

Ortstermin gewünscht

Monika Rambach sprach die "unzumutbaren und gefährlichen" Verkehrsverhältnisse ganz allgemein und für Senioren in diesem Bereich Netto/Zeilenstraße an. Man könnte hier den Seniorenbeirat mit ins Boot holen und dort mal einen Ortstermin anberaumen, wurde vorgeschlagen.

"Die Westumgehung endlich in Angriff nehmen", das sei immer noch ein Wunsch der Mitbürger. Bürgermeister Strehl sagte dazu, dass sich bei Fertigstellung der Westumgehung der Verkehr durch Haselmühl wohl um ein Drittel vermindere. Aber auch ganz Banales hätten die Senioren gern: Wasserspender im Supermarkt zum Beispiel, mehr Bänke im Ortskern. Busverbindungen, Einkaufsmöglichkeiten für älteren Menschen, das waren für Carola Dirschka dringende Probleme. Auch die unbefriedigenden Ein- und Ausfahrtverhältnisse im neuen Supermarkt an der Ortseinfahrt wurden kritisiert.

Kaum Interesse

Fast in Vergessenheit geraten sei die Taschengeldbörse, die in Kümmersbruck eingerichtet sei. Junge Menschen böten "gegen ein Taschengeld" kleinere Hilfeleistungen für Senioren, Familien und Berufstätige an. Nachfrage bestünde kaum, hieß es. Es sei viel da in der Gemeinde, resümierte Strehl, "damit kann die Seniorenarbeit aber nicht stehen bleiben".
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