Am Ende tot im Swimmingpool

Lokales
Kümmersbruck
28.09.2015
6
0

Woher kommt er? Warum hat er so viel Geld? Nebel des Ungewissen wabern um Jay Gatsby. Was es damit auf sich hat, erfuhr das überwiegend weibliche Publikum bei der Veranstaltung "Kümmersbruck liest ein Buch".

Protagonist ist Jay Gatsby, ein junger reicher Mann, der in einer luxuriösen Villa in der fiktiven Stadt Est Egg auf Long Island wohnt. Vom mysteriösen Millionär weiß niemand genau, woher er kommt, woher sein Reichtum stammt: kaiserlicher Neffe, Drogenhandel, Alkoholschmuggel, Spion? Dabei war er nur Sohn reicher Leute aus dem Mittelwesten. Legendär sind rauschende Partys in der bombastischen Villa - ausschweifend, dekadent im Sommer 1922. Er lebt in der Illusion, so die leidenschaftliche Geliebte, die dem Geld verfallene Daisy Buchanan zurückgewinnen zu können. Sie hat während seines Militärdienstes einen Anderen geheiratet. Er will einen Gegenpol bilden zum alten Adel drüben in West Egg, ein soziales Gegengewicht zu den Neureichen dort. Bis zuletzt hält Gatsby an seinem Traum fest.

Zum fünften Mal

Sein Ende jedoch ist tragisch: Der große Gatsby, wird erschossen in seinem Swimmingpool gefunden. Aus dem Buch wurde in der Bibliothek von Karin Wildfeuer mittlerweile zum fünften Mal bei einer Lesung vorgetragen. Es handelt sich um den 1925 erstmals veröffentlichten, später verfilmten Roman des Autors F. Scott Fitzgerald - sein Meisterwerk. Der große Gatsby zählt heute zu den bedeutendsten Werken der amerikanischen Moderne. Am Beispiel von Gatsby schildert der Autor die gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg. Es ist die Zeit der "Roaring Twenties", der 20er Jahre in den USA, geprägt von wachsendem Wohlstand, Prohibition, Jazz und Unterdrückung, aber auch von Armut.

Alkohol in Strömen

Gatsby wird in dem Buch dem Leser auf mysteriöse Art und Weise näher gebracht. "Der Kerngedanke ist, gemeinsam über das Buch zu reden", sagte Wildfeuer. Die Zuhörer hatten genügend Grundkenntnis, um zu wissen, dass es sich bei dem Werk um Gesellschaftskritik über den Geldadel handelt. Dieser Klientel sei es egal, wie es anderen gehe, darunter "viele unsympathische Menschen mit denen man nichts zu tun haben möchte", so Wildfeuer. Bei denen fließt Alkohol in Strömen, weil man es sich leisten kann, andererseits herrschen Verzweiflung und Frust.

Das Buch, so stellte sich heraus, lebe von Widersprüchen und verpackt in diese dramatische Geschichte die Grundidee es amerikanischen Traums, dass es jeder zu etwas bringen kann. Das beginnt im Roman mit großer Wucht, um dann Stück für Stück demontiert zu werden.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.