Betreutes Wohnen: SPD informiert sich in Amberg
Wer falsch spart, zahlt zweimal

Lokales
Kümmersbruck
26.09.2015
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Das betreute Wohnen wird in Kümmersbruck momentan kontrovers diskutiert: Grund genug für den Vorstand des SPD-Ortsvereins Haselmühl-Kümmersbruck um Vorsitzenden Markus Bayer, sich im Clementine-von-Wallmenich-Haus in Amberg Ratschläge und Hintergrundinformationen aus erster Hand zu besorgen.

Leistungen dazubuchen

Bei einer Führung stellten Oberin Brigitte Wedemeyer und Heimleiterin Tatjana Richter die Geschichte der Schwesternschaft Wallmenichhaus, aber auch die Planung und Organisation der betreuten Wohneinrichtung umfassend vor. Das Wallmenichhaus verfügt über zehn betreute Wohneinheiten. Man wolle ein seniorengerechtes Wohnen anbieten, bei dem man "Leistungen dazubuchen kann", betonte die Heimleiterin. Die Nutzer legten nicht nur Wert auf Barrierefreiheit, sondern auch auf verschiedene Leistungen, von der hauswirtschaftlichen Versorgung bis zum Essen auf Rädern. Bei solchen Anlagen gehört außerdem eine Auswahl von ambulanter, stationärer und Teilzeitpflege dazu.

Betreute Einrichtungen sollen nicht das Gefühl eines Altenheimes vermitteln, erläuterte Tatjana Richter. Die unmittelbare Nähe zu einem solchen Heim sei jedoch geradezu perfekt, da dadurch viele Dienstleistungen wie Pflege oder Küche gemeinsam genutzt werden können.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist nach den Worten der Leiterin die Eigentumsform: Mietappartements sei hier auf jeden Fall der Vorzug vor Eigentumswohnungen zu geben. Sonst könnte es aufgrund von Verkäufen und Erbschaften mittelfristig zu einer Mischbelegung kommen, und eine Nutzung als reine "betreute Wohneinrichtung" sei dann nicht mehr gewährleistet, betont Oberin Brigitte Wedemeyer. Baue eine Stadt oder Gemeinde eine solche Einrichtung, sei ein Generalmieter notwendig. Dieser müsse sich sowohl um die Vermietung der Wohnungen, als auch um die Vergabe der Dienstleistungen kümmern.

Wichtig: Guter Architekt

Wichtig sei außerdem ein guter Architekt, der sich auch in der Praxis auskennt, machte Wedemeyer klar. So müsse beispielsweise der Wendekreis für Rollstühle ebenso im Auge behalten werden wie die Alltagstauglichkeit. Spare man an der falschen Stelle, müsse man im Nachhinein teuer nachbessern, wiederholte die Oberin mehrfach.

Durch die ausführlichen Informationen Wedemeyers und Richters konnte sich die SPD-Führung nach eigenen Worten ein gutes Bild von einer gelungenen Umsetzung von betreutem Wohnen machen: "Ein sehr gutes Beispiel, welches auch als Vorbild für Kümmersbruck dienen kann", resümierte Markus Bayer: "Wir nehmen viele wertvolle Ideen mit." Die SPD-Fraktion werde alles dafür tun, ein ähnliches Konzept auch in Kümmersbruck umzusetzen.
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