Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm informiert über neue Regelungen
Arbeitnehmer haben Anspruch

Lokales
Kümmersbruck
28.03.2015
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Wir ist pflegebedürftig, wer ist naher Angehöriger, was ist häusliche Umgebung? Mit diesen Fragen beschäftigte sich Kümmersbrucks 2. Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm - von Berufs wegen mit der Materie vertraut - in einem Referat vor der Frauen-Union Kümmersbruck. Zentrales Thema: "Neue gesetzliche Regelungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf". Es existiere ein Rechtsanspruch, so Birgit Singer-Grimm: Inzwischen seien Beschäftigte von der Arbeit ganz oder teilweise freizustellen, wenn sie einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung pflegen.

Der Arbeitgeber, so Birgit Singer-Grimm, "kann das nicht ablehnen". Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Ehegatten, Geschwister, Kinder, eingetragene gleichgeschlechtliche Partner, Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft - das sind wohl die am häufigsten in Frage kommenden Pflege-Personen als "nahe Angehörige". Nicht aber Onkel, Tante, Neffe, Nichte, Schwager oder Schwägerin.

Es muss akut sein

Laut Birgit Singer-Grimm hat bei einer Akutsituation der pflegende Angehörige Anspruch auf Arbeitsbefreiung bis zu zehn Arbeitstage, die Pflege muss aber akut und nicht planbar sein. Das müsse dem Arbeitgeber auch unverzüglich mitgeteilt werden. Was die Pflegezeit betrifft, so sei eine vollständige oder teilweise Freistellung von bis zu sechs Monaten möglich. Jedoch bestehe kein Rechtsanspruch gegenüber Arbeitgebern mit 15 oder weniger Beschäftigten, erklärte die Referentin.

Bei der Familienpflegezeit gebe es eine teilweise Freistellung bis zu 24 Monate, dabei bestehe auch die Möglichkeit einer Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu 15 Wochenstunden. Um Einkommensverluste abzufedern existiere dafür sogar ein zinsloses Darlehen.
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