Das Tor der
Wetter kühl, Empfang herzlich

1900 unfallfreie Kilometer Landmarsch lagen hinter den Logistikern, als sie in die Schweppermannkaserne einfuhren. Bilder: hrs (2)
Lokales
Kümmersbruck
23.11.2015
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Schweppermannkaserne stand am Freitag ab 16 Uhr weit offen und Fahrzeug um Fahrzeug rollte hindurch: Die Kümmersbrucker Logistiker kamen nach einer achtwöchigen Übung wohlbehalten aus Spanien zurück an den Heimatstandort.

(hrs) Am Exerzierplatz warteten schon Familienangehörige, Freunde und Vertreter der Politik, die ihre Soldaten begrüßen wollten. Die glückliche Heimkehr ließ auch das Novemberwetter vergessen. Vor einigen Tagen bei der Nato-Übung "Trident Juncture 2015" noch unter praller Sonne bei über 20 Grad, erwartete die Soldaten die kühle Oberpfälzer Heimat. Vier Tage im Landmarsch hatten die Soldaten des Logistikbataillons 472 mit 48 Radfahrzeugen und 100 Soldaten gebraucht, um wieder heimatlichen Boden zu betreten. Dazu hatten sie rund 1900 Kilometer von Spanien über Frankreich zurückzulegen.

Vieles hatten die Soldaten zusammen mit den Nato-Kameraden zu leisten, um eine solch große Übung - die letzte dieser Art hatte vor gut zehn Jahren stattgefunden - erfolgreich über die Bühne zu bringen. In erster Linie ging es darum, die Ausbildung auf einen gleichen Level zu bringen. Auch die unterschiedlichen Auffassungen von Pünktlichkeit und militärischen Tugenden galt es anzupassen. Das Logistikbataillon aus Kümmersbruck hatte die Erfahrung zahlreicher Einsätze bei KFOR und ISAF im Rücken, bei denen die Amberger Logistiker meist federführend den Anteil des deutschen Kontingents von der Schraube bis zum Panzermotor mit allem Notwendigen versorgten.

Aus 31 Nationen

Bei dieser großen Übung stand jedoch vor allem auch die internationale Koordinierung und die schnelle Präsenz im Vordergrund. Die Logistiker bewiesen hier, dass sie nicht nur hervorragend ausgebildet, sondern sehr erfahren sind. Bei 31 teilnehmenden Nationen galt es auch die Sprachbarriere zu meistern, was mit Englisch, zuweilen auch mit Händen und Füßen, sehr gut gelang.

Die Soldaten hätten ihren Auftrag hervorragend durchgeführt und das über acht Wochen lang, zog Kommandeur Matthias Kampf in seiner wetterbedingt kurzen Ansprache eine positive Bilanz. Sie hätten die Motivation von Anfang bis Ende hochgehalten.

Ferner habe man Logistikaufgaben, wie Marsch auf der Straße, Transportausbildung auf internationaler Ebene oder auch Bahnverladung und Hafenumschlag üben können. Natürlich sei auch die Durchhaltefähigkeit ein wichtiger Punkt gewesen.

Politiker aus den Patengemeinden des Bataillons waren auf Einladung des Kommandeurs nach Spanien gekommen, um sich vor Ort von der Leistungsfähigkeit "ihrer" Soldaten zu überzeugen (wir berichteten). Bei der Rückkehr ließen es sich stellvertretende Landrätin Brigitte Bachmann und Garnisons-Bürgermeister Roland Strehl nicht nehmen, namens der Bevölkerung zu danken.

Zuverlässiger Helfer

"Der Terror stellt eine seit dem Zweiten Weltkrieg nie dagewesen Herausforderung dar. Dies kann auch den Auftrag der Bundeswehr ändern", sagte Bachmann. Aber auch angesichts der zahlreichen Flüchtlinge werde die Bundeswehr als zuverlässiger Helfer mehr gefragt sein. Bürgermeister Strehl meint, dass die Welt ein Stück anders geworden sei als beim Aufbruch vor zwei Monaten.
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