Der Vogel des Jahres war nicht dabei. Der Habicht hätte wohl auch eher Panik verbreitet. Aber
Ein Höhepunkt im Star-Leben

Diese Schönheiten sind nach der Farbe um ihre Augen benannt. Sie heißen Rosenköpfchen und Schwarzköpfchen. Bild: e
Lokales
Kümmersbruck
10.11.2015
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Oberpfalzmeister und Champions verliehen der 3. Oberpfalzschau der Vilstaler Vogelfreunde auch so Farbe und Glanz.

(e) Das Ausstellungsverzeichnis las sich wie das "Who is who" der Vogelfreunde. Wer drinstand mit seinen Farbkanarien, Positurkanarien, Mischlingen oder Cardueliden darf sich zur Elite der Züchter zählen. Die Vögel wurden gekürt nach dem unanfechtbaren Urteil der Experten Franz Lechner (Siegenburg) und Karl Pfattner (Brautlach). Die Tiere flogen dabei aufgeregt in ihren Käfigen hin und her - aber nur die zwei Tage der Ausstellung wohlgemerkt. Danach dürfen sie ihr Star-Leben wieder daheim in geräumigen Volieren führen.

Wie im Wald

Der relativ junge Verein Vilstaler Vogelfreunde, an der Spitze Vorsitzender Karlhein Loos, hatte zur 3. Oberpfalzschau und zur 4. Offenen FPMCE-Schau (FPMCE steht für Farben- und Positurkanarien, Mischlinge, Cardueliden und Europäer) ins Geflügelzuchtvereinsheim Lengenfeld eingeladen. Das bedeutete einen massiven Auftritt von aktiven Züchtern, Vogelfreunden und auch der Hauptdarsteller: 193 bunte, quirlige Ausstellungsvögel.

Für den Laien waren alle schön, die Preisrichter aber differenzierten peinlich genau, bevor sie ihre Punkte vergaben. Dazu hatten die Vereinsmitglieder die Halle umgewandelt; mit ein wenig Fantasie hätte es durchaus ein Waldgebiet sein können. Große und kleine Volieren, Käfige, Gebüsch, viel Grün dominierten hier. Das begeisterte auch die Ehrengäste: Landrat Richard Reisinger, MdL Harald Schwartz, Bürgermeister Roland Strehl, Altbürgermeister Richard Gaßner, Stefan Birner vom Kaninchenzuchtverein und die Zuchtfreunde aus Sulzbach-Rosenberg.

Landrat Reisinger erzählte, er komme aus einer Brieftaubenzüchterfamilie, da sei ihm das Genre nicht fremd. Vor allem nicht Arbeit und Sorgen, um solche Vögel zu züchten. Und dass die Ausstellung überregionale Bedeutung habe, das sei schon daraus abzulesen, dass die ersten Hinweise auf die Ausstellung in Lengenfeld bereits an der Autobahnausfahrt zu sehen seien. Kein Wunder: Von Manching über Fürth bis Tiefenbach waren die Aussteller angereist. Bürgermeister Roland Strehl bezeichnete es als "gigantisch, was ihr aufgebaut habt". Altbürgermeister Richard Gaßner, der Taufpate des Vereins, wünschte guten Erfolg. Harald Schwartz ermunterte die Besucher, "die Ausstellung zu genießen".

Szene mit Problemen

Der Verein hatte sich mächtig ins Zeug gelegt. Vorsitzender Loos berichtete beim Empfang am Samstag von einer "sehr schönen und gelungenen Schau". Die Ausstellung weise 60 Vögel mehr als bisher auf. Das sei eine stete Steigerung seit dem Beginn vor vier Jahren. Loos verwies auf die "überregionale Bedeutung der Ausstellung", mittlerweile sogar europaweit. Er verhehlte auch die Probleme in der Szene nicht, immerhin hätten einige Vereine ihre Arbeit eingestellt.

Mit acht bis neun Mitgliedern habe man 2011 den Verein aus der Taufe gehoben, mittlerweile seien es 40 Aktive. "Alle Jahre zehn mehr", sagte Loos, "das ist für sich gesehen nicht sonderlich viel, aber anderen Vereinen geht es nicht so gut, die haben keinen Zuwachs."
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