Die Ampel muss weg

Lokales
Kümmersbruck
12.12.2014
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Dort, wo sie jetzt steht, kann sie nicht bleiben: Die Fußgängerampel in Theuern ist dem dort erforderlichen Brücken-Neubau im Weg. Das machte sie zum Diskussionsthema im Bauausschuss: Muss sie umziehen oder ist sie womöglich sogar überflüssig?

Eines war in der Sitzung am Dienstagabend von vorneherein klar: Am aktuellen Standort kann die Lichtzeichenanlage nicht bleiben. Ronny Gäßner vom Bauamt verwies auf eine entsprechende Mitteilung des mit dem Brückeneubau betrauten Ingenieur-Büros. Die Gemeinde habe sich bereits bei der Regierung erkundigt, ob das Versetzen der Ampel förderfähig ist. Nein, lautete die Antwort aus Regensburg. Dort geht man zudem davon aus, dass die Anlage wegen des geringen Verkehrsaufkommens ohnehin nicht erforderlich ist.

Versetzung für 18 500 Euro

Die Polizei sieht das laut Gäßner ähnlich und verweist auf die nur etwa 20 bis 50 Fahrzeuge, die hier pro Stunde unterwegs sind. Damit eine Fußgängerampel als notwendig erachtet wird, müssten es mindestens 250 sein. Der Vertreter des Bauamts hat sich auch schon nach den Kosten erkundigt, die eine Versetzung der Ampel samt Umrüstung auf moderne LED-Technik verursachen würden: Es wären rund 18 500 Euro.

Frage nach dem Bedarf

Wenn man die Ampel versetze, müsse die Gemeinde diese Kosten tragen, verdeutlichte Bürgermeister Roland Strehl und sagte: "Die Frage ist, ob wir sie brauchen." Er selbst zeigte sich skeptisch. "Ich komme zwar nur einmal die Woche da runter, aber ich hab noch nie jemanden gesehen, der da über die Straße gegangen ist."

Für den Theuerner Gemeinderat Herbert Breitkopf (SPD) geht es in dieser Frage "um Grundsätzliches". Er verwies darauf, dass der Ortsteil in den vergangenen 20 Jahren "enorm gewachsen" sei, "vor allem links der Vils" mit zwei Neubaugebieten. "Das Zentrum ist aber einfach rechts der Vils", insofern würden hier sehr wohl viele Fußgänger über die Straße gehen, vor allem "Kirchgänger, Schulkinder und Friedhofsbesucher". Für ihn ist deshalb "eine solche Ampel erforderlich": "Es kann hier Hundert Mal heißen, die Verkehrszahlen werden nicht erreicht - aber wenn dann einer zamgefahren wird...".

Wenn es um die Sicherheit von Fußgängern gehe und die neue Brücke rund eine Million Euro kosten soll (AZ berichtete), "dann spare ich nicht an einer Ampel", unterstrich Breitkopf. Das sah auch Gemeinderat Hans Graf (CSU) so: "Ich glaube, es soll an 18 500 Euro nicht scheitern."

Einstimmiger Beschluss

Die Theuerner seien diese Ampel gewohnt, deshalb sollte man sie im Zuge des Brückenbaus versetzen. Dafür stimmte dann das ganze Gremium.
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