Die Tücke im Automaten

Lokales
Kümmersbruck
05.05.2015
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Wann ist eine Familie eine Familie? Und wer kontrolliert das, wenn am Eingang zum neuen Aktivbad keiner mehr sitzt? Der automatisierte Eintritt ist gar nicht so einfach: Das hat der Kümmersbrucker Gemeinderat festgestellt.

Grundlage dieser Erkenntnis war ein Vorschlag zur künftigen Preisgestaltung im Kümmersbrucker Aktivbad KA2, ausgearbeitet von einer Arbeitsgruppe der Gemeindeverwaltung und jetzt von deren Mitarbeiterin Sarah Heuberger den Räten zur Diskussion gestellt. Kernpunkt des Entwurfs war eine Preiserhöhung auf 3,50 Euro (bisher 2,50 Euro) für Erwachsene und 2 Euro (1,50 Euro) für Kinder, verbunden mit einer Verlängerung der Badezeit von eineinhalb auf zwei Stunden. Neu eingeführt werden sollen zudem Wertkarten, von denen die teuerste 80 Euro kosten würde, aber zu Badezeit im Wert von insgesamt 100 Euro berechtigt.

Familienkarte: Ein Muss?

Mit dem Basis-Eintritt von 3,50 Euro zeigte sich SPD-Fraktionssprecher Manfred Moser einverstanden. "Obwohl eineinhalb Stunden ausreichend gewesen wären." Für diejenigen, die länger bleiben bleiben wollen, forderte Moser "gestaffelte Badepreise". Darüber habe man nachgedacht, erwiderte Bürgermeister Roland Strehl (CSU). "Wir sind zu der Meinung gekommen, dass das in unserem Bad nicht häufig der Fall sein wird: Wir sind kein Kufü." Dann, konterte Moser, hätte man die Terrasse und die Liegestühle auch nicht gebraucht.

Kämmerer Reinhold Wagner erläuterte, man müsse die Preisgestaltung auf den Weg bringen, um die Grundprogrammierung des vorhandenen Kassenautomaten zu ermöglichen. Der müsse unbedingt auch eine Familienkarte anbieten, legte Moser nach. Nicht nur sie, auch eine Dauerkarte vermisst er. "Dafür gibt es die Wertkarte", klärte Strehl auf, die biete einen Preisvorteil von bis zu 20 Euro.

Nochmal überarbeiten

Senioren, Ehrenamtliche, Vereine: Die Diskussion brachte noch weitere potenzielle Gruppen für Vergünstigungen ins Spiel. "Wie will man so viele Eventualitäten kontrollieren?", machte der Kämmerer auf ein Problem des automatisierten Einlasses aufmerksam: "Wir haben uns Gedanken gemacht von A bis Z und von Z bis A." Das Ergebnis sei die vorgelegte Liste, die "abrechnungstechnisch praktikabel" sei - "dem ist die Familienkarte zum Opfer gefallen". Monika Paintner (CSU) hält die für unnötig: "Kinder unter sechs sind sowieso frei, dann wird sich ein Elternteil 3,50 Euro leisten können und für ein älteres Kind einen Euro. Das muss mir das Bad wert sein. Und das ist es den Leuten auch wert."

Am Ende einigte man sich auf Vorschlag von Harald Schwartz (CSU) darauf, dass je zwei Vertreter beider Fraktionen die Liste mit der Verwaltung noch einmal durchgehen, um eine Endfassung zu erarbeiten, die in der nächsten Sitzung zur Abstimmung gestellt wird.
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